Der Rat der Europäischen Union, vertreten durch den Präsidenten
des Rates der Europäischen Union, Vizepremierminister und
Minister für auswärtige Angelegenheiten der Niederlande,
Herrn Hans van MIERLO, durch den auch die Niederlande
vertreten werden,
die Europäische Kommission, vertreten durch Vizepräsident
Herrn Manuel MARIN GONZALEZ,
Ägypten, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Amre MOUSSA,
Algerien, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Ahmed ATTAF,
Belgien, vertreten durch den Minister der Auswärtigen Angelegenheiten,
Herrn Erik DERYCKE,
Dänemark, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Niels HELVEG PETERSEN,
Deutschland, vertreten durch den Stellvertreter des Bundeskanzlers
und Bundesminister des Auswärtigen, Herrn Klaus KINKEL,
Finnland, vertreten durch den Minister für europäische
Angelegenheiten und Außenhandel, Herrn Ole NORRBACK
Frankreich, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Hervé de CHARETTE,
Griechenland, vertreten durch den Stellvertretenden Minister für
auswärtige Angelegenheiten, Herrn Giorgos PAPANDREOU,
Irland, vertreten durch den Vizepremierminister und Minister für
auswärtige Angelegenheiten, Herrn Dick SPRING,
Israel, vertreten durch den Vizepremierminister und Minister für
auswärtige Angelegenheiten, Herrn David LEVY,
Italien, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Lamberto DINI,
Jordanien, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Dr. Fayez TARAWNEH,
Libanon, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Fares BOUEZ,
Luxemburg, vertreten durch den Vizepremierminister, Minister für
auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Zusammenarbeit,
Herrn Jacques F. POOS,
Malta, vertreten durch den Vizepremierminister, Minister für
auswärtige Angelegenheiten und Umwelt, Herrn George VELLA,
Marokko, vertreten durch den Vizepremierminister und Minister
für auswärtige Angelegenheiten, Herrn Abdellatif
FILALI,
Österreich, vertreten durch die Staatssekretärin im
Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, Frau
Benita FERREROWALDNER,
die Palästinensische Behörde, vertreten durch den Präsidenten
der Palästinensischen Behörde, Herrn Yasser ARAFAT,
Portugal, vertreten durch den Staatssekretär für europäische
Angelegenheiten, Herrn Francisco SEIXAS DA COSTA,
Schweden, vertreten durch die Ministerin für auswärtige
Angelegenheiten, Frau Lena HJELMWALLEN,
Spanien, vertreten durch den Staatssekretär für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Ramon DE MIGUEL,
Syrien, vertreten durch den Minister für auswärtige Angelegenheiten, Herrn Farouk ALSHARAA
die Türkei, vertreten, durch den Staatsminister für
wirtschaftliche Angelegenheiten, Herrn Ufuk SOYLEMEZ,
Tunesien, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Abderrahim ZOUARI,
das Vereinigte Königreich, vertreten durch die Staatsministerin
im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Commonwealthfragen,
Baroness CHALKER OF WALLASEY,
Zypern, vertreten durch den Minister für auswärtige
Angelegenheiten, Herrn Dr. Ioannis KASOULIDES
die an der zweiten EuropaMittelmeerKonferenz in Malta
teilnehmen
unter Hinweis darauf, daß mit der auf der ersten EuropaMittelmeerKonferenz
in Barcelona am 28. November 1995 angenommenen Erklärung
die Grundlagen für einen multilateralen und dauerhaften Rahmen
für die Beziehungen durch die Errichtung einer umfassenden
Partnerschaft geschaffen werden, die drei Bereiche umfaßt:
politische Angelegenheiten und Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen
sowie soziale, kulturelle und menschliche Angelegenheiten;
in Kenntnis der Fortschritte, die bei der Durchführung dieser
Partnerschaft, insbesondere entsprechend dem der Erklärung
von Barcelona beigegebenen Arbeitsprogramm erzielt wurden;
unter erneutem Hinweis auf ihr Bekenntnis zum BarcelonaProzeß,
der eine grundlegende politische Errungenschaft darstellt, und
unter Bekräftigung der in der Erklärung von Barcelona
und im Arbeitsprogramm festgeschriebenen allgemeinen Grundsätze
und Ziele;
in diesem Zusammenhang unter Bekundung ihrer tiefen Besorgnis
angesichts der Hindernisse, auf die der Friedensprozeß im
Nahen Osten stößt, und unter Betonung der Notwendigkeit,
daß im Nahen Osten ein gerechter, umfassender und dauerhafter
Frieden geschaffen wird, wie dies am 31. Oktober 1991 in
Madrid im Rahmen des Friedensprozesses vereinbart wurde;
unter neuerlichem Hinweis darauf, daß es nicht das Ziel
der EuropaMittelmeerInitiative ist, die übrigen
zur Sicherstellung von Frieden, Stabilität und Entwicklung
in der Region eingeleiteten Aktionen und Initiativen zu ersetzen,
sondern zu deren Erfolg beizutragen, und daß sie die Verwirklichung
einer gerechten, umfassenden und dauerhaften Friedensregelung
im Nahen Osten unterstützen, die sich auf die einschlägigen
Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und auf
die im Einladungsschreiben zur Madrider NahostFriedenskonferenz
genannten Grundsätze, einschließlich des Grundsatzes
"Land für Frieden" mit den sich daraus ergebenden
Folgen, stützt;
in Kenntnis des Berichts der Europäischen Kommission vom
19. Februar 1997 zum Stand der EuropaMittelmeerPartnerschaft;
entschlossen, die EuropaMittelmeerPartnerschaft zu
bekräftigen und zu stärken, und unter Bekräftigung
ihres Willens, für eine ausgewogene Entwicklung in den drei
Bereichen der EuropaMittelmeerPartnerschaft zu sorgen
kommen über folgende Schlußfolgerungen überein:
Trotz der Unsicherheiten der politischen Lage und der Sicherheitslage
in der Region wurden in bezug auf die Entwicklung der EuropaMittelmeerPartnerschaft
seit ihrer Begründung wesentliche Fortschritte erzielt. Die
Teilnehmer sind sich dessen bewußt, daß der Prozeß
der Errichtung einer echten Partnerschaft noch im Gange und noch
viel Arbeit zu leisten ist. Sie weisen darauf hin, daß die
Partnerschaft in ausgewogener Weise zu entwickeln ist, indem alle
drei Kapitel der Erklärung von Barcelona und des Arbeitsprogramms
schrittweise durchgeführt werden, und daß sich die
bilaterale und die multilaterale Dimension gegenseitig ergänzen
und verstärken müssen. Dieser Prozeß muß
sich in voller Kenntnis des Zusammenhangs vollziehen, der zwischen
Stabilität und Förderung der wirtschaftlichen und sozialen
Entwicklung in der Region besteht. In diesem Sinne kommen die
Teilnehmer überein, einer Reihe von Zielen Priorität
einzuräumen und die Fortschritte im Hinblick auf das Erreichen
dieser Ziele einvernehmlich und in abgestimmter Weise vor der
nächsten EuropaMittelmeerKonferenz der Außenminister
zu überwachen.
I. Politische Partnerschaft und Sicherheitspartnerschaft: Definition
eines gemeinsamen Raums des Friedens und der Stabilität
Die Teilnehmer nehmen Kenntnis von den verschiedenen Tätigkeiten,
die die hohen Beamten im Rahmen der Durchführung des ersten
Kapitels der Erklärung von Barcelona und des entsprechenden
Kapitels des Arbeitsprogramms in Anlage I unternommen haben.
Sie nehmen Kenntnis von den bisher erzielten Ergebnissen. Sie
nehmen die Einschätzung der hohen Beamten zur Kenntnis, daß
durch die Kontakte zwischen den Partnern eine Grundlage des Vertrauens
und eine neue Plattform für politische Konsultationen im
Hinblick auf das Erreichen der in der Erklärung von Barcelona
und im Absichtsprogramm genannten gemeinsamen Ziele in Fragen
der äußeren und inneren Stabilität, darunter Rechtsstaatlichkeit,
Demokratie und Menschenrechte, geschaffen werden konnten. Sie
fordern die hohen Beamten auf, ihre Bemühungen fortzusetzen
und den politischen Dialog in Übereinstimmung mit dem der
Erklärung von Barcelona beigegebenen Arbeitsprogramm zu vertiefen.
Die Teilnehmer nehmen Kenntnis von den Fortschritten, die die hohen Beamten in bezug auf den Entwurf des Aktionsplans erzielt haben. Der Aktionsplansentwurf wird nicht als ein abgeschlossenes Dokument betrachtet; der genannte Plan wird von den hohen Beamten vielmehr regelmäßig zu aktualisieren sein, so daß er weiterhin als Richtschnur bei ihren Bemühungen dienen kann, die Grundsätze und gemeinsamen Ziele der politischen Partnerschaft und der Sicherheitspartnerschaft des BarcelonaProzesses zu verwirklichen.
Die Teilnehmer nehmen Kenntis von den Arbeiten der hohen Beamten
im Bereich vertrauens und sicherheitsbildender Maßnahmen,
wobei sie insbesondere von den bereits in Angriff genommenen bzw.
gebilligten und in Anlage I aufgeführten Maßnahmen
Kenntnis nehmen. Sie räumen ein, daß andere Maßnahmen,
die sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden, schrittweise
gebilligt werden müssen, wobei der Entwicklung der Lage in
der EuropaMittelmeerRegion entsprechend Rechnung zu
tragen ist.
Die Teilnehmer nehmen Kenntnis von der Arbeit der hohen Beamten
an einer Charta für Frieden und Stabilität in der EuropaMittelmeerRegion;
sie ersuchen die hohen Beamten, die Vorarbeiten für die Charta
unter gebührender Berücksichtigung der ausgetauschten
Unterlagen fortzusetzen, damit der vereinbarte Text so bald wie
möglich auf einer Ministertagung zur Annahme vorgelegt werden
kann, sobald die politischen Umstände dies gestatten.
II. Wirtschafts und Finanzpartnerschaft: Schaffung einer
Zone gemeinsamen Wohlstands
Die Teilnehmer nehmen die Fortschritte zur Kenntnis, die bei den
Vorgesprächen, der Aushandlung, Unterzeichnung und Ratifizierung
der EuropaMittelmeerAssoziationsabkommen sowie bei
der Umsetzung von Zollunionen und den Heranführungsvorschriften
erzielt wurden.
Die Teilnehmer bekräftigen erneut die Bedeutung, die sie
der vollständigen Zuweisung der 4.685 Mio. ECU
aus Haushaltsmitteln der Gemeinschaft, auf die sich der Europäische
Rat in Cannes geeinigt hat, und den erhöhten Darlehen der
EIB beimessen.
Die Teilnehmer stellen fest, daß 1995 und 1996 Haushaltsmittel
der Gemeinschaft in Höhe von 1.205 Mio. ECU in
Form von Zuschüssen und 1.694 Mio. ECU in Form von EIBDarlehen
gebunden wurden. Ferner vermerken sie die Aussichten auf weitere
Zusagen über bis zu 1.002 Mio. ECU in Form von
Zuschüssen im Jahr 1997 und die Zustimmung des Rates
zu einem EIBDarlehen von bis zu 2.310 Mio. ECU im Zeitraum
1997 bis 1999.
Die Teilnehmer bekräftigen, daß MEDA im Hinblick auf
eine schnellere und bessere Abwicklung in gerechter und ausgewogener
Weise nach transparenten Verfahren unter voller Einhaltung der
geltenden und der mit den Empfängerländern vereinbarten
und noch zu vereinbarenden Finanzierungs und Verwaltungsvorschriften
sowie der internationalen Verpflichtungen der Empfängerländer
durchgeführt wird.
Die Teilnehmer begrüßen die regionalen Aktivitäten,
die in vielen Bereichen unternommen wurden und die den Austausch
von Wissen und Erfahrungen und die Schaffung von Gremien ermöglichten,
in denen der regionale Dialog im Hinblick auf die Definition von
Schlüsselelementen der sektoriellen Politiken fortgeführt
und mehrere konkrete Tätigkeiten der Zusammenarbeit in Angriff
genommen werden konnten. Ein Verzeichnis dieser Tätigkeiten
ist in Anlage II aufgeführt.
Die Teilnehmer weisen erneut auf die Bedeutung hin, die sie einer
nachhaltigen und ausgewogenen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung
im Hinblick auf die Erreichung ihres Ziels der Schaffung einer
Zone gemeinsamen Wohlstands unter Berücksichtigung der unterschiedlichen
Entwicklungsniveaus beimessen. Sie vereinbaren, der Errichtung
einer EuropaMittelmeerFreihandelszone mit dem Jahr 2010
als Zieljahr unter Wahrung der sich im Rahmen der WTO ergebenden
Verpflichtungen einen neuen Impuls zu verleihen. Sie vereinbaren
ferner, die Finanzhilfe insbesondere über MEDAMittel
und EIBDarlehen sowie im Wege der bilateralen Unterstützung
durch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union für
ihre Partner im Mittelmeerraum entsprechend den in Barcelona gegebenen
Zusagen rasch und effektiv durchzuführen. Sie weisen auf
die Bedeutung hin, die folgenden Punkten zukommt:
konstruktive Beschleunigung der Aushandlung und Ratifizierung
der EuropaMittelmeerAssoziationsabkommen, die wesentlicher
Teil der Freihandelszone sind, im Hinblick auf deren möglichst
baldiges Inkrafttreten;
weiterer Ausbau der Freihandelszone insbesondere durch
verstärkte und mittels technischer Hilfe der Union erleichterte
Zusammenarbeit auf intra und subregionaler Ebene mit dem
Ziel, im Wege von Vereinbarungen unter den Mittelmeerpartnern
den freien Handelsverkehr zu verwirklichen;
Verabschiedung einer Reihe flankierender Maßnahmen
auf regionaler Ebene, damit ein höheres Maß an Harmonisierung
und bessere Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt der Union erreicht
werden können. Bereiche wie z.B. Kumulierung der Ursprungsregeln,
Zollzusammenarbeit, Normen, geistiges Eigentum, Steuerwesen und
Wettbewerb sollten hierbei mit besonderem Vorrang behandelt werden.
Geeignete Initiativen in diesen Bereichen wären zu begrüßen.
Auch zu Ausbildungsinitiativen wird ermutigt.
Im Hinblick auf diese Zielsetzungen nehmen die Teilnehmer die
Arbeit der Regierungssachverständigen für Fragen des
wirtschaftlichen Übergangs sowie die Arbeit des EuropaMittelmeerNetzes
von Wirtschaftsinstituten zur Kenntnis. Sie stimmen darin überein,
daß diese Arbeit zu einer Studie führen sollte, die
unter Federführung der Kommission und in Zusammenarbeit mit
den Partnern zu erstellen wäre und die in der Region anstehenden
Fragen in bezug auf Freihandel und die Auswirkungen des wirtschaftlichen
Übergangs erfassen sollte. Diese Studie sollte rechtzeitig
für die nächste EuropaMittelmeerKonferenz
der Außenminister vorgelegt werden und könnte als Grundlage
für die Erörterung einer künftigen Strategie dienen.
Im Zusammenhang mit einer derartigen Strategie unterstreichen
die Teilnehmer ferner die Wichtigkeit folgender Punkte:
systematischeres und effektives Vorgehen bei der Ermutigung
zu Privatinvestitionen einschließlich ausländischer
Direktinvestitionen in der Region, insbesondere durch eine umfassendere
Verbreitung von Informationen und die Beseitigung von Investitionshemmnissen
unter anderem durch Einsatz von investitionsfördernden Mechanismen,
bei der Förderung verstärkter Wettbewerbsfähigkeit
und des Wachstums des Privatsektors sowie bei der Schaffung von
Beschäftigungsmöglichkeiten und damit Herstellung eines
günstigen Investitionsklimas bei den Mittelmeerpartnern;
Förderung der Harmonisierung von Regeln und Vorschriften, die für die Schaffung der EuropaMittelmeerFreihandelszone von Belang sind;
Verstärkung und Konzentration der Aktivitäten
auf vorrangige Sektoren, in denen die Zusammenarbeit schon erfolgreich
angelaufen ist, insbesondere auf die Bereiche Industriepolitik
einschließlich Hebung des Leistungsstands, KMU, Energiepolitik,
Umwelt, Wasserbewirtschaftungspolitik, Informationsgesellschaft
und Seeverkehr; die Teilnehmer kommen ferner überein, sich
an der Zusammenarbeit in Bereichen wie Modernisierung und Umstrukturierung
der Landwirtschaft, Entwicklung des Agrarhandels, Verringerung
der Nahrungsmittelabhängigkeit, Entwicklung der regionalen
Infrastruktur und Technologietransfer zu beteiligen;
baldmöglichste Umsetzung von Maßnahmen zur Milderung
der negativen sozialen Folgen, die sich aus der Anpassung und
Modernisierung der Wirtschafts und Sozialstrukturen ergeben
könnten;
Fortsetzung des Verschuldungsdialogs im Hinblick auf Fortschritte
in den entsprechenden Gremien unter Berücksichtigung der
jüngsten Maßnahmen zur Verringerung der Außenverschuldung
der Mittelmeerdrittländer bei einigen Ländern der Europäischen
Union oder zur Umwandlung von Schulden in Beteiligungen auf freiwilliger
und bilateraler Basis und der damit verbundenen Steigerung der
europäischen Direktinvestitionen;
Hilfe bei der Vorbereitung der Mittelmeerpartner auf die
künftige Entwicklung der Europäischen Union.
III. Partnerschaft im sozialen, kulturellen und menschlichen
Bereich: Entwicklung der Humanressourcen, Förderung des gegenseitigen
Verständnisses der Kulturen und des Austausches zwischen
den Gesellschaften
Die Teilnehmer weisen darauf hin, daß die kulturellen und
zivilisatorischen Traditionen beiderseits des Mittelmeers, der
Dialog zwischen den Kulturen, die Begegnungen zwischen den Menschen
sowie der Austausch in den Bereichen Wissenschaft und Technik
ein wesentlicher Bestandteil der Annäherung und Verständigung
der Völker und eines besseren Verständnisses füreinander
sind.
Die Teilnehmer begrüßen die Fortschritte, die hinsichtlich
der regionalen Zusammenarbeit in verschiedenen Partnerschaftsbereichen
in sozialen, kulturellen und menschlichen Fragen erzielt wurden.
Eine Liste entsprechender Aktivitäten ist als Anlage III
beigefügt. Die Teilnehmer nehmen jedoch zur Kenntnis, daß
weitere Anstrengungen erforderlich sind, damit gemäß
der Erklärung von Barcelona und das Arbeitsprogramm die Ziele
in diesem Bereich der Partnerschaft erreicht werden. Sie betonen
in diesem Zusammenhang ihren gemeinsamen Wunsch, daß
die gegenwärtig noch zur Erörterung stehenden
regionalen Vorhaben in bezug auf das Kulturerbe verabschiedet
werden sowie ein weiteres Paket solcher Vorhaben vorbereitet und
zugleich der Geltungsbereich der Zusammenarbeit auch auf andere
kulturelle Tätigkeiten, einschließlich des audiovisuellen
Sektors, ausgeweitet wird. Die Teilnehmer begrüßen
die Absicht, ein Regionalprogramm in den Bereichen Kultur und
Information vorzuschlagen. Kulturelle Aspekte sollten bei anderen
Maßnahmen im Rahmen der Partnerschaft Berücksichtigung
finden;
der Dialog der Kulturen und Zivilisationen mit dem Gesamtziel
der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses und der
Völkerverständigung unter Berücksichtigung der
schon geleisteten Arbeit aktiv weitergeführt wird. Die Teilnehmer
erinnern in diesem Zusammenhang an ihre Verpflichtung, Maßnahmen
zur Erleichterung der Begegnungen zwischen den Menschen zu treffen
und in diesem Rahmen insbesondere die Verwaltungsverfahren zu
verbessern;
der Dialog zwischen den Zivilgesellschaften konsolidiert
wird, wobei das Bürgerforum als Beispiel dienen sollte. In
diesem Zusammenhang haben die Teilnehmer den Wunsch, daß
die dezentralisierten Kooperationsprogramme der Europäischen
Union (MEDCAMPUS, MEDMEDIA und MEDURBS) wiederaufgenommen
werden, sobald auf administrativer Ebene eine befriedigende Regelung
gefunden ist; sie werden sich in diesem Bereich für eine
effektive Zusammenarbeit unter Einbeziehung der Verwaltungsebene
einsetzen;
im Rahmen der jeweiligen einzelstaatlichen Rechtsvorschriften
die Beteiligung der Zivilgesellschaft aufrechterhalten und ausgebaut
wird, wozu unter anderem NRONetze zu schaffen sind;
gemäß der Erklärung von Barcelona und dem
Arbeitsprogramm eine aktive Zusammenarbeit im Bereich Terrorismusverhütung
und bekämpfung gefördert wird; (*)
Tätigkeitsprogramme für den Bereich Jugend und
Gesundheit aufgestellt werden, die die schon bestehenden bi
und multilateralen Aktivitäten auf diesem Gebiet ergänzen;
spezifische Jugendinitiativen werden demnächst unterbreitet;
die Tätigkeiten in dem Bereich der Bildung
einschließlich der höheren Bildung und Ausbildung
fortgesetzt und ausgebaut werden;
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz entschieden
bekämpft werden und hierbei zusammengearbeitet wird;
der EuropaMittelmeerDialog und die EuropaMittelmeerZusammenarbeit
auf multilateraler Ebene gemäß der Erklärung von
Barcelona und dem Arbeitsprogramm in folgenden Bereichen intensiviert
werden:
= Migration und Begegnungen zwischen den Menschen;
= illegale Einwanderung;
der Dialog über Fragen der Regierungsführung
mit besonderem Nachdruck auf dem Aspekt des Verhältnisses
zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltungssystemen im Hinblick
auf eine leistungsfähigere und zuverlässigere öffentliche
Verwaltung weitergeführt wird;
der Dialog und die Zusammenarbeit in bezug auf die Bekämpfung
der organisierten Kriminalität und alle Aspekte des illegalen
Drogenhandels aktiv betrieben werden.
IV. Allgemeine Aspekte
Die Teilnehmer bestätigen die Rolle des EuropaMittelmeerAusschusses
für den BarcelonaProzeß als zentrales Gremium
zur Verleihung von Impulsen sowie zur Prüfung und zum Followup
von Partnerschaftsaktivitäten und initiativen. Sie
sind der Auffassung, daß der Ausschuß besonderen Nachdruck
darauf legen sollte, daß die Wahrung von Ausgewogenheit
und Kohärenz beim Fortgang des BarcelonaProzesses dadurch
gesichert wird, daß die Ergebnisse der verschiedenen Aktivitäten
im Rahmen der Partnerschaft und die daraus erwachsenden Empfehlungen
besser evaluiert werden. Sie kommen ferner überein, daß
die Rolle des Ausschusses durch eine Teilnahme der Vertreter aller
Mitgliedstaaten der Europäischen Union noch gestärkt
würde.
Die Teilnehmer stimmen darin überein, daß es erforderlich
ist, der im Rahmen der EuropaMittelmeerPartnerschaft
geleisteten Arbeit noch größere Publizität zu
verschaffen. Sie nehmen Kenntnis von den Maßnahmen, die
von der Kommission ergriffen wurden, um allgemeine Informationen
über die Partnerschaft zugänglich zu machen, und sie
betonten, wie wichtig es ist, daß jeder Partner verstärkte
Anstrengungen unternimmt, um die laufende Unterrichtung seiner
eigenen Öffentlichkeit sicherzustellen.
Die Teilnehmer bekräftigen die Bedeutung, die sie der aktiven
Beteiligung der Parlamente an der Partnerschaft beimessen. Sie
begrüßen es, daß das Europäische Parlament
mit anderen Parlamenten die Initiative zur Aufnahme des parlamentarischen
EuropaMittelmeerDialogs ergriffen hat.
Die Teilnehmer ermutigen auch zur Fortsetzung des Dialogs zwischen
den Sozialpartnern.
Die Teilnehmer begrüßen den Vorschlag der Europäischen
Union, daß die nächste Tagung der Außenminister
im ersten Halbjahr 1999 in Deutschland stattfindet.
____________________
ANLAGE I
POLITISCHE UND SICHERHEITSPOLITISCHE ASPEKTE
SITZUNGEN UND SEMINARE
Tagungen der für die politischen und sicherheitspolitischen
Bereiche zuständigen hohen Beamten, Brüssel, 26.27.
März, 20.21. Mai, 23.24. Juli, 8. Oktober,
20. November 1996, 28. Januar 1997 und Den Haag, 12. März
1997
Gemeinsame Sitzung der für politische Partnerschaft
und Sicherheitspartnerschaft und EuroMeSco zuständigen hohen
Beamten, Den Haag, 11. März 1997
Informationssitzungen für Diplomaten, die für
den EuroMittelmeerBereich zuständig sind, Malta,
28. September 6. Oktober 1996, 15.19. März 1997
MASSNAHMENKATALOG
Errichtung eines Netzes von Kontaktstellen für politische
und sicherheitspolitische Angelegenheiten
Austausch von Informationen über die Einhaltung der Menschenrechte
auf internationaler Ebene (abgeschlossen)
Austausch von Informationen über die Einhaltung internationaler
Rechtsinstrumente im Bereich der Abrüstung und der Rüstungskontrolle
(Antworten auf den Fragebogen)
Austausch von Informationen über die Einhaltung internationaler
Instrumente im Bereich der Verhütung und Bekämpfung
des Terrorismus (Antworten auf den Fragebogen)
Einberufung von Diplomatenseminaren (Malta) (Ägypten)
Errichtung des EuroMeScoNetzes von Einrichtungen für
Außenpolitik
____________________
ANLAGE II
WIRTSCHAFTS UND FINANZPOLITISCHE ASPEKTE
Zusammenarbeit im Bereich der Statistik
Seminar der Generaldirektoren für Statistik und das
Regionalprogramm für die Zusammenarbeit im Bereich der Statistik,
11.13. Dezember 1995 in Valence
Seminar der Generaldirektoren für Statistik und das
Regionalprogramm für die Zusammenarbeit im Bereich der Statistik,
18.20. Juni 1996 in Neapel
Zusammenarbeit im Zollwesen
Beamtentagung über Ursprungsregeln, 28.29. März
1996 in Brüssel
Beamtentagung über Ursprungsregeln, 28.29. Mai
1996 in Brüssel
Beamtentagung über Ursprungsregeln, 7.8. Oktober
1996 in Kairo
Informationsgesellschaft
Workshop über die Forschung (vorbereitender Workshop
in Hinblick auf die Ministerkonferenz über die Informationsgesellschaft),
1.2. April 1996 in Sofia Antipolis
Workshop über Bildung und Ausbildung (vorbereitender
Workshop im Hinblick auf die Ministerkonferenz über die Informationsgesellschaft),
2.3. Mai 1996 in Brüssel
Workshop über den ordnungspolitischen Rahmen (vorbereitender
Workshop in Hinblick auf die Ministerkonferenz über die Informationsgesellschaft),
6.7. Mai 1996 in Palermo
Ministerkonferenz über die Informationsgesellschaft,
30.31. Mai 1996 in Rom
Konferenz betreffend MARIS (Maritime Information Society),
7. Juni 1996 in Malta
Fremdenverkehr
Ministerkonferenz über den Fremdenverkehr, 10.11. Mai
1996 in Neapel
Private Investitionen und Industrie
Konferenz der Industrieverbände, 13.14 Mai 1996
in Malta
Tagung der Industrieminister, 20.21. Mai 1996 in
Brüssel
Workshop über KMU, 4.5. Juni 1996 in Mailand
Sitzung der Arbeitsgruppe "Dienstleistungszentren
und Industriegebiete", 24.25. Juni 1996 in Rom
Workshop über vertragliche Dienstleistungen im Mittelmeerraum,
17.18. Oktober 1996 in Istanbul
EuropaMittelmeerGipfeltreffen der Industrieverbände,
5.6. Dezember 1996 in Marrakesch
Konferenz über private Investitionen, 6.7. März
1997 in London
Sachverständigentagung betreffend den wirtschaftlichen
Übergang, 20.21. März in Brüssel
Sitzung der Gruppe "Entwicklung des Industrie
und Unternehmerpotentials", 24. März 1997 in Brüssel
Sitzung der Wirtschaftsinstitute, 24.25. März
1997 in Marseille
Energie
Sitzung am Rand des Gipfels über Sonnenenergie, 22.
Mai 1996 in Malta (Vorbereitungssitzung im Hinblick auf die Konferenz
der Energieminister)
Konferenz der Energieminister, 7.9. Juni 1996 in
Triest
Tagung über die Europäische Energiecharta, 21.22.
November 1996 in Brüssel
Umwelt
Sachverständigentagung über den Schutz der Feuchtgebiete
des Mittelmeers, 5.6. Juni 1996 in Venedig
Verkehr
Sachverständigentagung über die Durchführung
des mehrjährigen Programms für den Seeverkehr im Mittelmeer,
14.15. Oktober 1996 in Zypern
Wasser
Konferenz über lokale Wasserbewirtschaftung, 25.26. November
1996 in Marseille
Fischerei
vorbereitende Sachverständigentagung über die
Bewirtschaftung der Fischbestände im Mittelmeer, 4.5. Juli
1996 in Brüssel
Zweite diplomatische Konferenz über die Bewirtschaftung
der Fischbestände im Mittelmeer, 27.29. November
1996 in Venedig
Wissenschaft und Technologie
Zweite Tagung des Lenkungsausschusses für Wissenschaft
und Technik, 2.3. Mai 1996 auf Capri
Dritte Tagung des Lenkungsausschusses für Wissenschaft
und Technik, 12.13. Dezember 1996 in Zypern
____________________
ANLAGE III
ANGELEGENHEITEN DES SOZIALEN, KULTURELLEN UND MENSCHLICHEN
BEREICHS
Dialog der Kulturen und Zivilisationen
Workshop über den Erhalt des Kulturerbes (vorbereitender
Workshop im Hinblick auf die Konferenz über das Kulturerbe
in Bologna), 9.10. Februar 1996 in Arles
Workshop über den Zugang zum Kulturerbe (vorbereitender
Workshop im Hinblick auf die Konferenz über das Kulturerbe
in Bologna), 23.24. Februar 1996 in Berlin
Workshop über das Kulturerbe als Faktor der nachhaltigen
Entwicklung (vorbereitender Workshop im Hinblick auf die Konferenz
über das Kulturerbe in Bologna), 22.23. März 1996
in Amman
Ministerkonferenz über das Kulturerbe, 22.23. April
1996 in Bologna
Konferenz über die Beziehungen zwischen der islamischen
Welt und Europa, 10.13. Juni 1996 in Amman
Konferenz über den Islam der Gegenwart, 17.18. Juni
1996 in Kopenhagen
Soziale Entwicklung
Dreierkonferenz über den EuropaMittelmeerSozialraum:
Beschäftigung, Unternehmen, Ausbildung, 24.25. Mai
1996 in Catania
Konferenz über die Regierungsführung in der EuropaMittelmeerRegion,
17.18. März 1997 in Den Haag
Dialog über die Menschenrechte
Workshop über ein EuropaMittelmeerNetz
für Menschenrechte, 10.11. Januar 1997 in Kopenhagen
Bekämpfung der Drogensucht und der organisierten Kriminalität
Beamtentagung über Drogenhandel und organisierte Kriminalität,
11.12. Juni 1996 in Taormina
Gipeltreffen der Wirtschafts und Sozialausschüsse
12.13. Dezember 1995 in Madrid
25.27. November 1996 in Paris