12.07.2011
Die Mitgliedstaaten der EU beglückwünschten die Bevölkerung von Südsudan zu ihrer Unabhängigkeit und erklärten, dass sie die führenden Vertreter Südsudans ermutigen, "sich Pluralismus und Vielfalt zu eigen zu machen und den Grundstein für eine demokratische, gerechte und integrative Gesellschaft zu legen, die auf Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten beruht".
Südsudan hat sich am Samstag, den 9. Juli 2011 offiziell von der Republik Sudan getrennt. In der Hauptstadt Juba wurde die Geburt der neuen Nation, des 193. Staates der Welt, mit einem Festakt begangen.
Zahlreiche Vertreter der internationalen Gemeinschaft nahmen an den Feierlichkeiten teil, darunter auch die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, sowie mehrere Minister aus EU-Mitgliedstaaten.
Unterstützung durch die EU
Die EU hat seit 2005 Entwicklungshilfe im Umfang von mehr als 650 Millionen EUR geleistet. Die humanitäre Hilfe seit 2003 beläuft sich auf 776 Millionen EUR. Die EU weitet ihre Unterstützung nun aus. Im Mai 2011 verständigten sich die EU-Außenminister darauf, zusätzliche 200 Millionen EUR für einen Entwicklungsplan für den Zeitraum 2011-2013 bereitzustellen, die für Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und demokratische Staatsführung bestimmt sind. Die derzeitige EU-Delegation in Juba, die 2009 eröffnet wurde, soll so bald wie möglich erweitert werden.
Südsudan vor gewaltigen Herausforderungen
Das 2005 unterzeichnete Umfassende Friedensabkommen (CPA), in dem auch das im Januar durchgeführte Referendum über die Unabhängigkeit vorgesehen war, läuft in Kürze aus, jedoch bleiben zahlreiche Probleme bestehen.
Zu einigen der Fragen, die noch gelöst werden müssen, zählen die Gewalt in Südkordofan, der künftige Status von Abyei und die Aufteilung der Einkünfte aus dem Öl.
Andere schwierige Fragen müssen ebenfalls angegangen werden.
Wie kann eine Region verwaltet werden, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert hat und durch 21 Jahre Krieg verwüstet wurde und zudem über keine Infrastrukturen, keinen Zugang zu Wasser und keine Krankenhäuser verfügt?
Wie kann in einem noch von uralten Stammesfehden beherrschten Land eine Bürgerschaft entstehen und eine Nation aufgebaut werden?
Weitere Informationen:
Erklärung der EU und ihrer Mitgliedstaaten
Bemerkungen der Hohen Vertreterin der EU
Video: Südsudan-Referendum – EU-Wahlbeobachtungsmission