Vorfahrt für Patientensicherheit


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Etwa 10 Prozent der Krankenhauspatienten in der EU erleiden Gesundheitsschäden durch die medizinische Behandlung. Jeder Zwanzigste wird bei einer medizinischen Behandlung infiziert. Jedes Jahr sterben 37.000 Menschen ein einer solchen therapieassoziierten Infektion. Die von den EU-Gesundheitsministern am 9. Juni 2009 verabschiedete Empfehlung bezweckt eine Verbesserung der Patientensicherheit

Der Rat legt in dieser Empfehlung den Mitgliedstaaten nahe, nationale Strategien zur Prävention und Eindämmung von Zwischenfällen im gesamten Gesundheitswesen zu entwickeln und die vor­handenen Strategien zu verbessern. Die wichtigsten Empfehlungen lauten unter anderem:

• Einrichtung oder Verbesserung von Melde- und Lernsystemen

•Einbeziehung der Patientensicherheit in die Aus- und Weiterbildung in allen Gesundheitsberufen

• Einbeziehung der Patienten in die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Förderung der Patienten­sicherheit

• Information der Patienten über Gesundheitsrisiken und Sicherheitsaspekte

• Erfahrungsaustausch und Verbreitung von Informationen über bewährte Praktiken zwischen den Mitgliedstaaten und mit zuständigen internationalen Stellen.

Die häufigsten Zwischenfälle sind therapieassoziierte Infektionen, Komplikationen während oder nach chirurgischen Eingriffen, durch Arzneimittel bedingte Zwischenfälle, etwa durch die Verab­reichung des falschen Arzneimittels oder eine falsche Dosierung sowie unzutreffende oder verspä­tete Diagnosen. Vorrangig geht es darum, systembedingte und organisatorische Fehler auszu­schließen, denn diese Fehler und nicht etwa die Nachlässigkeit des medizinischen Personals sind die Ursache für die meisten Zwischenfälle. Die meisten derartigen Gesundheitsschäden sind vermeid­bar. Vor Ort in den Gesundheitseinrichtungen stellen bereits so einfache Maßnahmen wie etwa die Vermittlung der grundlegenden Hygieneprinzipien sowie die Infektionsvorbeugung und -eindäm­mung ein wirksames erstes Mittel zur Verbesserung der Patientensicherheit dar.

Weiterführende Informationen:

Empfehlung des Rates zur Patientensicherheit (pdf)

Webcast der Pressekonferenz des Rates




11.06.2009