Sie sind unter uns!


Rippenqualle (Mnemiopsis sp.), Aquarium von Monterey
Foto: Wikimedia Commons

Sie kennen das sicher: Sie sind im Ausland – möglicherweise in einem exotischen Land – und möchten ein bisschen vom Urlaubsflair mit nach Hause nehmen, beispielsweise indem Sie den Zweig einer schönen Pflanze abschneiden, um ihn in Ihrem Garten in die Erde zu setzen. Doch Vorsicht! Sie könnten damit eine Invasion gebietsfremder Arten auslösen, mit verheerenden Folgen für Ihre heimische Umwelt. Auch der EU machen solche gefährlichen Eindringlinge inzwischen zu schaffen, weshalb die Umweltminister zum Schutz der biologischen Vielfalt am 25. Juni Schlussfolgerungen über die Bekämpfung sogenannter gebietsfremder invasiver Arten angenommen haben.

In Europa sind mehr als 11 000 nichtheimische Arten anzutreffen. Dabei handelt es sich um Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, die sich erfolgreich in einem fremden Lebensraum angesiedelt haben und dort die angestammten Arten bedrohen. Die Bekämpfung der invasiven Arten und die Beseitigung der von ihnen verursachten Schäden kostet schätzungsweise mindestens 12 Milliarden Euro im Jahr.

Die Ansiedlung neuer Arten kann durchaus gezielt geschehen. So werden bestimmte Pflanzen und Tiere aus wirtschaftlichen Gründen eingeführt: Der Nilbarsch zum Beispiel wurde zu Zuchtzwecken in den Victoriasee eingesetzt, wo er jedoch zur Ausrottung von schätzungsweise 200 einheimischen Arten beigetragen hat.

Durch den internationalen Handel und Verkehr werden immer häufiger fremde Arten eingeschleppt. Sie kommen als blinde Passagiere mit Lkws, Zügen oder im Ballastwasser von Schiffen – so geschehen bei der Rippenqualle, die den Weg von den heimatlichen Küsten des Westatlantiks bis ins Schwarze Meer fand und vermutlich für den dramatischen Rückgang der Sardellenbestände dort mit verantwortlich ist. Ein anderes Beispiel sind die in öffentlichen Parks anzutreffenden Papageien – exotische Haustiere, die freigelassen wurden oder entflogen sind und in der freien Natur überlebt haben.

Näheres hierzu unter

Schlussfolgerungen des Rates (PDF)

Webcast der Pressekonferenz des Rates

Invasive ArtenWebsite der Kommission

DAISIE (Liste der gebietsfremden Arten in Europa – finanziert von der EU-Kommission)

Weltweite Datenbank invasiver Arten (beachten Sie oben rechts die rote Schaltfläche für die 100 schädlichsten Arten)




26.06.2009