Den Verlust an biologischer Vielfalt stoppen
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Die Biodiversität – die Vielfalt der Ökosysteme, Arten und Gene – ist weltweit nach wie vor ernstlich bedroht. Ein 'business as usual' würde bedeuten, dass die Menschheit jährlich lebenswichtige Ökosystemleistungen im Wert von schätzungsweise 50 Mrd. EUR verliert, die die Natur uns frei Haus liefert; gleichzeitig könnte der kumulierte Wohlfahrtsverlust bis 2050 7 % des BIP erreichen. Zur Lösung dieses Problems hat der Rat (Umwelt) am 15. März ein neues Zwischenziel vereinbart, wonach der Verlust an biologischer Vielfalt in der EU bis 2020 zum Stillstand gebracht werden soll, und zugleich festgelegt, was bis 2050 geschehen soll, um diesen Naturreichtum zu schützen.
Trotz aller Anstrengungen sind die bisher auf EU-Ebene und weltweit festgelegten Ziele für die biologische Vielfalt nicht erreicht worden.Nach Meinung von Experten ist über ein Drittel der untersuchten Arten vom Aussterben bedroht, und schätzungsweise 60% der Ökosysteme der Erde haben sich in den letzten 50 Jahren verschlechtert.
Das Jahr 2010 als Internationales Jahr der biologischen Vielfalt und vor allem die hochrangige Tagung der VN-Generalversammlung zu diesem Thema im September bieten, so betonten die Umweltminister, eine einzigartige Gelegenheit, die Welt für die Überwindung der globalen Biodiversitätskrise zu mobilisieren.Die Beratungen zur Überprüfung des VN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt laufen.Sie könnten auf der zehnten Tagung der Konferenz der Vertragsparteien in Nagoya (Japan) im Oktober 2010 abgeschlossen werden.
Die biologische Vielfalt stellt nicht nur einen Wert an sich dar, sie schafft auch "Werte", nämlich in Form von Ökosystemleistungen, indem sie beispielsweise Nahrung und Wasser und Schutz vor Überschwemmungen und Stürmen bietet und zur Klimaregulierung beiträgt.Der Verlust an biologischer Vielfalt stellt neben dem Klimawandel die größte globale Umweltgefährdung dar.
Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates zur biologischen Vielfalt für die Zeit nach 2010
Pressemitteilung des Rates
Webcast der Presssekonferenz