Sportpolitik nimmt Gestalt an

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Die Sportminister haben am 20. Mai den allerersten Arbeitsplan der EU für den Sport angenommen. Es handelt sich hier um einen neuen, durch den Lissabon-Vertrag eingeführten Bereich der EU-Zuständigkeit. Ein weiteres Thema der Tagung waren sportbezogene Aspekte von Online-Wetten, die nicht nur in der Ministersitzung selbst, sondern auch in einem "hochrangigen strukturierten Dialog" zwischen der EU und den öffentlichen Stellen der Mitgliedstaaten sowie den Vertretern der Sportverbände erörtert wurden.

Für den Zeitraum 2011-2014 besteht das Hauptziel des Arbeitsplans darin, die Zusammenarbeit im Bereich des Sports zwischen den Mitgliedstaten und der EU zu verstärken. Das Dokument nennt drei vorrangige Bereiche für Maßnahmen: Integrität, gesellschaftlicher Wert und wirtschaftliche Aspekte des Sports. Mehrere Arbeitsgruppen sollen eingesetzt werden, um Aspekte wie Kampf gegen Doping, allgemeine und berufliche Bildung im Sport und Sportstatistiken zu behandeln.

Im Rahmen der neuen Zuständigkeitsverteilung werden durch die sportpolitische Tätigkeit auf EU-Ebene die Maßnahmen der Mitgliedstaaten unterstützt und koordiniert, während die Entscheidungen weiterhin auf nationaler Ebene getroffen werden.

Hauptthema des "strukturierten Dialogs" mit Teilnehmern, zu denen das Internationale Olympische Komitee (IOK) und die Vereinigung der Europäischen Fußballverbände (UEFA) gehören, waren die Herausforderungen, die sich mit dem jüngsten Boom bei den Online-Wetten ergeben, d.h. die Verbreitung illegaler Sportwetten und deren Auswirkung auf die Sportfinanzierung. Schätzungen des IOK zufolge beläuft sich der Umsatz der illegalen Wettindustrie jährlich auf etwa 148 Mrd. EUR, aber nichts davon kommt dem Sport zugute.

Den Vorsitz in der speziell dem Sport gewidmeten Sitzung des Rates für Bildung, Jugend, Kultur und Sport führte der ungarische Sportminister Attila Czene, Gewinner der Goldmedaille im Lagenschwimmen über 200 m bei den Olympischen Sommerspielen 1996.

"Dies ist ein sehr komplexes Thema, das weiterer Überlegungen bedarf", sagte er zu den sportbezogenen Aspekten von Online-Wetten. "Wir benötigen noch einiges an Beratungen und Kooperation zwischen den Regierungen, dem Sport und den Wettveranstaltern", schloss er.

Weitere Informationen:
Entschließung zum Arbeitsplan für den Sport (pdf)
Webcast der Aussprache im Rat
Pressemitteilung des Rates
(pdf)
Pressemitteilung des ungarischen Vorsitzes




24.05.2011