EU zeigt Flagge in Tripolis


© Europäische Union, 2011

08.09.2011

Seit der offiziellen Eröffnung eines EU-Büros in Tripolis am 31. August weht als Zeichen der Unterstützung für das libysche Volk die Europaflagge mit ihrem Kreis goldener Sterne über den Dächern der Hauptstadt Libyens. "Die Präsenz Europas nur wenige Stunden nach dem Ende der Kampfhandlungen in der libyschen Hauptstadt hat eine kraftvolle Wirkung entfaltet", so Agostino Miozzo, der Leiter der fünftägigen Mission der EU in Tripolis, nach seiner Rückkehr nach Brüssel am 6. September.

Die Eröffnung eines EU-Büros in Tripolis habe einen hohen symbolischen Stellenwert und gebe dem libyschen Volk die Zuversicht, dass wieder Normalität einkehrt, erklärte Agostino Miozzo, Exekutivdirektor für Krisenreaktion im Europäischen Auswärtigen Dienst. Während eine zweite Mission vorbereitet wird, bleibt das EU-Büro in Bengasi vorerst weiter geöffnet.

Eine weitere Aufgabe der Mission bestand darin, mit Mitgliedern des Nationalen Übergangsrates (NTC) in Tripolis Kontakt aufzunehmen. Aussöhnung und Geschäftskontinuität sind die Kern­anliegen der jungen Politiker, mit denen Missionsleiter Miozzo zusammentraf. "Sie sind stolz auf ihr Land, auf ihre Flagge und auf ihre Revolution, und sie wollen diesen Weg weitergehen."

Der Wiederaufbau nach dem Konflikt kann anlaufen, sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert hat und die libyschen Behörden Gelegenheit hatten, die Lage endgültig unter Kontrolle zu bringen. Es ist Sache der Libyer selbst, in diesem Prozess mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft die Führung zu übernehmen. Mit maßgeblicher Hilfe der Vereinten Nationen wird eine koordinierte Analyse der Prioritäten vorgenommen werden, zu denen Sicherheit, Wasserwirtschaft, sanitäre Einrichtungen, Gesundheitswesen, Zivilgesellschaft sowie Frauen- und Menschenrechte zählen.

"Die Waffenverbreitung wird in den kommenden Monaten, wenn nicht Jahren, eine der vordring­lichsten Sicherheitsfragen sein, doch die libyschen Behörden befassen sich bereits sehr eingehend mit dieser Problematik", bemerkte Agostino Miozzo abschließend.

 

Weitere Informationen:
Botschaft des Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, an die Pariser Libyen-Konferenz (pdf) (en)
Die Herausforderung der Stabilisierung Libyens nach dem Konflikt (pdf) (en)
EU gibt die eingefrorenen Vermögenswerte mehrerer libyscher Organisationen frei (pdf) (en)
Unterstützung der EU für das libysche Volk (Pressemitteilung der Kommission)