Rettet die Haie



© Fuensanta Candela Castillo/Europäische Gemeinschaften

Haie werden allzu oft als grausame Raubtiere gesehen, die auf menschliche Beute aus sind.In Wirklichkeit ist der Mensch mittlerweile eine viel größere Bedrohung für diese gefährdete Spezies als sie es je für uns war.Aus diesem Grund haben die Fischereiminister der EU am 23. April Schlussfolgerungen zu einem Aktionsplan für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Haibestände angenommen.

Es besteht eine starke Nachfrage nach Haiprodukten (Fleisch, Flossen, Haut, Knorpel usw.), vor allem auf dem asiatischen Markt.Die Haifänge sind zwischen 1984 und 2004 weltweit von 600 000 auf über 810 000 Tonnen gestiegen.Diese Fänge stammen im Übrigen nicht nur aus tropischen Gewässern: Fischereifahrzeuge der EU fangen derzeit pro Jahr rund 100 000 Tonnen Haie und verwandte Fischarten.Deshalb sind viele Arten überfischt, und einige sind sogar akut vom Aussterben bedroht.Dies ist eine alarmierende Entwicklung, da Haie und Rochen (Knorpelfische) eine entscheidende Rolle im empfindlichen Gleichgewicht der Meeres-Ökosysteme spielen.Es ist wichtig, dass die EU zu ihrem Schutz beiträgt.

Die EU hat bereits Maßnahmen zum Schutz der Haie ergriffen.Sie hat 2003 ein Verbot des "Finning" erlassen – dabei werden Haie gefangen, ihre Flossen abgetrennt und die Fische danach ins Meer zurückgeworfen.Ein zentrales Element des Aktionsplans ist eine verstärkte Überwachung des "Finning"-Verbots.Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verringerung der Beifänge und Rückwürfe, die beim Fang anderer Fische anfallen.Ferner stellt der Plan auf eine Verbesserung des Kenntnisstands über die Haifischereien, die Haiarten und ihre Rolle im Ökosystem ab.

Aufgrund ihrer biologischen Merkmale wie späte Geschlechtsreife und geringe Fruchtbarkeit sind Haie durch Überfischung besonders gefährdet.Sind die Bestände einmal dezimiert, dauert es sehr lange, bis sie sich wieder erholen, sogar bei angemessenen Schutzmaßnahmen.Deshalb muss Europa jetzt handeln!

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Rates (pdf)

Webcast der Pressekonferenz des Rates




24.04.2009