Die EU hat sich dem Ziel verschrieben, dem Verlust an biologischer Vielfalt sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene Einhalt zu gebieten. Am 14. Oktober haben die Umweltminister Schlussfolgerungen angenommen, die auf der in den kommenden Wochen in Nagoya (Japan) stattfindenden 10. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens über die biologische Vielfalt den Standpunkt der EU bilden sollen.
"Europa ist ernsthaft um Natur und Umwelt bemüht. Wir Europäer verfügen über die erforderlichen Strategien, Finanzen und Gesetze. Wir müssen aber auch weltweit Impulse zum Handeln geben; so äußerte sich der Präsident des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, am 7. Oktober in einer Videobotschaft.
Die Union will den Verlust an biologischer Vielfalt und die Verschlechterung der Ökosystemleistungen (wie z. B. Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser, Schutz vor Überschwemmungen und Stürmen sowie Klimaschutz) bis 2020 eindämmen und Vielfalt und Ökosystemleistungen so weit wie möglich wiederherstellen; gleichzeitig soll der Beitrag, den die EU zur Gegensteuerung leistet, erhöht werden. Die für 2010 gesetzten Ziele wurden nicht erreicht, und weitere Anstrengungen sind notwendig. Die EU ist bestrebt, ihren ökologischen Fußabdruck im Hinblick auf die biologische Vielfalt insbesondere durch Ressourceneffizienz zu reduzieren.
Die Überprüfung des Übereinkommens wird voraussichtlich in die Annahme eines überarbeiteten strategischen Plans münden. Eine der Hauptprioritäten der EU für diesen Plan ist die Einbeziehung der biologischen Vielfalt in alle Politikbereiche und die Wiederherstellung der Ökosysteme. Die Union hat die Absicht, die Ursachen für den Verlust an biologischer Vielfalt anzugehen, um den unmittelbaren Druck auf die biologische Vielfalt zu mindern und Ökosysteme und genetische Ressourcen zu schützen.
Herman Van Rompuy hat am 8. Oktober an einer Veranstaltung im Rahmen des "Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt 2010" im Nationalpark Hoge Kempen bei Genk (Belgien) teilgenommen. Seine zu diesem Anlass gehaltene Ansprache schloss er mit zwei selbstverfassten Haikus (durch extreme Kürze charakterisierte klassische japanische Gedichtform):
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Im Globus Steine – für die Vielfalt der Natur der Welt ein Zeichen.
Vom Viel zum Wenig, vom Überfluss zum Mangel – damit muss Schluss sein.
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Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates
Webcast der Pressekonferenz
Videobotschaft Herman Van Rompuys zur biologischen Vielfalt, 7. Oktober (EN)
Ansprache Herman Van Rompuys im Nationalpark Hoge Kempen (Video), 8. Oktober (NL, EN)