Unmittelbar nach den ersten Meldungen über das verheerende Erdbeben und den zerstörerischen Tsunami vom 11. März 2011 hat der Europäische Rat den betroffenen Menschen und Regierungen seine Anteilnahme ausgesprochen und seine Unterstützung zugesagt. Die Staats- und Regierungschefs h aben die Hohe Vertreterin und die Kommission ersucht, alle erforderliche Hilfe zu mobilisieren. Zudem richteten Präsident Van Rompuy und Kommissionspräsident Barroso im Namen der Europäischen Union gemeinsam eine Solidaritätsbotschaft an das japanische Volk.
Die Europäische Kommission hat unverzüglich (am 11. März) den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert. Mit diesem Mechanismus wird die Zusammenarbeit bei einer Krisenreaktion erleichtert. 31 Staaten beteiligen sich an den Einsätzen im Rahmen dieses Mechanismus (die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie Kroatien, Island, Liechtenstein und Norwegen).
Diese Länder bündeln ihre Ressourcen, um sie weltweit den Ländern zur Verfügung zu stellen, die von Katastrophen heimgesucht werden. Im Rahmen des Mechanismus haben bisher 20 Staaten angeboten, Personal und Ausrüstung bereitzustellen.
Bei den Hilfsangeboten handelt es sich um Wasseraufbereitungsanlagen, Feldlazarette, vorgeschobene Behandlungsplätze und Notunterkünfte. Zu den abreisebereiten Schnelleinsatzteams zählen Experten für Medizin, Logistik, Suche und Rettung sowie Dekontaminierung.
Die Kommission hat am 13. März einen zivilen Verbindungsbeamten nach Japan entsandt, der die EU-Delegation in Tokio unterstützen und einen etwaigen Einsatz des Teams vorbereiten soll.
Einsatzbereit sind auch zwei Teams von europäischen Katastrophenschutzexperten, die sich gegenwärtig in Indonesien aufhalten. Der Dienst für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Kommission (ECHO) verfolgt die Lage mithilfe seines Beobachtungs- und Informationszentrums und seiner Büros für humanitäre Angelegenheiten in Bangkok, Jakarta und Manila rund um die Uhr.
Die Mission Japans bei der EU in Brüssel bittet wegen des schwierigen Zugangs zu den betroffenen Regionen darum, von einer weiteren Entsendung von Personal, Teams und Ausrüstung vorerst abzusehen.
Die Konsulate der EU-Mitgliedstaaten in Japan arbeiten wie gewohnt, und die Unionsbürger werden aufgefordert, sich mit ihrer jeweiligen Botschaft in Verbindung zu setzen.
Nukleare Sicherheit
Die Kommission steht zur Lage in diesem Bereich in ständigem Kontakt mit japanischen Quellen, der Internationalen Atomenergieagentur und den bestehenden Notfallnetzen in Europa.
Kommissionsmitglied Oettinger hat für den 15. März in Brüssel ein Koordinierungstreffen mit den Mitgliedstaaten der EU, allen 27 Behörden für nukleare Sicherheit und sämtlichen Betreibern und Anbietern von Kernkraftanlagen in der EU anberaumt, um die Lage in Japan und die Katastrophenvorsorge in der EU für ähnliche Fälle zu bewerten. Damit sollen Informationen aus erster Hand über die bestehenden Krisenpläne und Sicherheitsanforderungen zusammengetragen werden.
Weitere Informationen:
Erklärung des Europäischen Rates
Weitere Informationen zur Reaktion der EU auf die Katastrophe in Japan