Der weltweiten Entwaldung Einhalt gebieten
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Training forsustainable management of tropical forests © European Communities
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Vor dem Hintergrund der UN-Klimakonferenz in Poznan (Posen) haben die Umweltminister der EU auf ihrer Tagung vom 4. Dezember gefordert, der Entwaldung bis 2030 ein Ende zu setzen. Dieses Ziel soll Teil eines globalen Klimapakts werden, den es nächstes Jahr in Kopenhagen auszuhandeln gilt. Dabei soll eventuell auch in Betracht gezogen werden, Entwicklungsländer bei der Verringerung ihrer entwaldungsbedingten Emissionen finanziell zu unterstützen.
Fast ein Drittel der Landfläche der Erde ist mit Wäldern bedeckt. Sie bieten nicht nur der Menschheit einen beträchtlichen wirtschaftlichen und sozialen Nutzen, sondern sind auch ein Hort biologischer Vielfalt und Lebensraum für die Hälfte aller weltweit vorkommenden Arten. Darüber hinaus spielen die Wälder auch eine entscheidende Rolle für das ökologische Gleichgewicht der Erde und haben dadurch, dass sie gewaltige Mengen Kohlendioxid speichern und die Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre verringern, großen Einfluss auf den globalen Kohlendioxid-Zyklus.
Doch werden die Waldflächen weltweit immer kleiner, und vielerorts sind Waldschäden zu verzeichnen, insbesondere in den Tropen. Für die Entwaldung gibt es viele Gründe, doch geschieht die Zerstörung nicht selten für kurzfristigen Profit, ohne Rücksicht auf nachhaltige Nutzung von Wald und Boden. Nach Schätzungen des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist die Entwaldung für 20 % der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich, d.h. mehr als die Treibhausgasemissionen der gesamten EU. Daher waren sich die Minister einig, dass es von entscheidender Bedeutung sein wird, die entwaldungsbedingten Emissionen zu verringern, um die globale Erwärmung auf 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
In ihren Schlussfolgerungen unterstützen die Minister das doppelte Ziel, dem weltweiten Verlust der Waldflächen bis spätestens 2030 Einhalt zu gebieten und die Abholzung der Tropenwälder bis 2020 gegenüber heute um mindestens 50 % (brutto) zu verringern.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Rates (pdf)
Webcast der Pressekonferenz des Rates
Nächster Termin
Tagung des Rates (Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen) am 8./9. Dezember