24.01.2012
Auf der Tagung des Rates (Landwirtschaft und Fischerei) vom 23. Januar hat der dänische Vorsitz sein Arbeitsprogramm im Bereich Landwirtschaft und Fischerei vorgestellt.
Die Reform der Landwirtschafts- und Fischereipolitik gehört zu den prioritären Aufgaben des dänischen Vorsitzes. Der Vorsitz möchte diese Bereiche grüner, nachhaltiger und weniger verwaltungsaufwendig gestalten und gleichzeitig für eine qualitativ hochwertige und sichere landwirtschaftliche Produktion sowie ein hohes Tierschutzniveau sorgen.
Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stellt jedoch eine umfangreiche Aufgabe dar, die der dänische Vorsitz während dieses Halbjahres nicht abschließen wird: vielmehr wird er die Arbeit für die nachfolgenden Vorsitze vorbereiten. "Unsere Aufgabe ist es, das Fundament zu legen, auf dem das Haus [dieser Reformen] gebaut werden soll", erklärte Mette Gjerskov, die dänische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei.
Als einen möglichen Weg zu einer grüneren und nachhaltigeren Landwirtschaft sieht der Vorsitz die Anwendung umwelt-, natur- und klimafreundlicher Anbaumethoden.
Diese ließen sich durch Innovation und Forschung im Bereich Landwirtschaft entwickeln. Demgemäß könnten etwa Agrarsubventionen in Zukunft gezielt für Aktivitäten wie die Entwicklung von Biogasanlagen und ähnliche umweltfreundliche Lösungen bestimmt werden.
Dänemark und die Europäische Kommission werden am 7. März 2012 eine Konferenz über Innovation und Forschung in der Landwirtschaft organisieren.
In den Bereichen Lebensmittel und Veterinärfragen wird sich der Vorsitz auf die Rechtsakte konzentrieren, die sich mit Säuglingsnahrung und Nahrung für besondere medizinische Zwecke, mit Qualitätssicherungssystemen und kommerziellen Standards für Agrarerzeugnisse (dem sogenannten "Qualitätspaket") sowie mit ökologischem Landbau befassen.
Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Modernisierung der Fleischkontrollen und dem Thema der antimikrobiellen Resistenz sowie des Einsatzes von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin liegen.
Des Weiteren stellt der Tierschutz eine klare Priorität des dänischen Vorsitzes dar; der Rat wird sich mit der neuen Tierschutzstrategie befassen, die die Kommission auf der Tagung des Rates am 23. Januar erläutert hat. Zusammen mit der Kommission wird der Vorsitz am 29. Februar und 1. März eine internationale Konferenz zum Thema "Die EU-Tierschutzstrategie 2012–2015" organisieren.
In Bezug auf die Reform der Fischereipolitik wird der Rat sich darum bemühen, die Erörterungen über das Reformpaket abzuschließen, das aus einer neuen Grundverordnung, einer neuen gemeinsamen Marktorganisation und einem neuen Europäischen Meeres- und Fischereifonds für die Jahre 2014–2020 besteht.
Ein Hauptziel des Vorsitzes ist es, die Menge der Beifänge zu verringern und der Praxis der Rückwürfe ein Ende zu bereiten.
Die kroatische Delegation nahm an der Tagung des Rates als aktiver Beobachter teil.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung
Webcast der Pressekonferenz
Webcast der Präsentation der dänischen Schwerpunkte
50 Jahre Gemeinsame Agrarpolitik (Webportal)