Schneller über die Alpen


(Bilder: Schweizer Fernsehen)

Reisende und Gütertransportunternehmer, deren Weg über die Schweiz führt, können nun – seit dem Durchbruch der ersten Röhre der neuen Eisenbahnlinie durch das Gotthardmassiv am 15. Oktober – das Licht am Ende des Tunnels erblicken. Durch die Verbindung des Gotthard-Basistunnels mit dem Ceneri-Basistunnel und dem Zimmerberg-Basistunnel entsteht eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, die die Fahrtzeit zwischen Zürich und Mailand um eine Stunde verkürzt.

Der Gotthard-Basistunnel wird mit einer Länge von 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Er besteht aus zwei unterirdischen Röhren, die 40 Meter auseinanderliegen. Als erstes erfolgte der Durchstich der Oströhre, die Weströhre wird im Frühjahr 2011 durchstochen. Der Tunnel liegt wesentlich tiefer als die derzeitige Bahnlinie, nämlich 550 m über dem Meer, während sich die darüberliegenden Berge auf mehr als 3000 m erheben.

Die neue Linie soll den Verkehr über die Alpen entlasten und ihn wirtschaftlicher, nachhaltiger und umweltfreundlicher machen. Sie wird die Fahrtzeiten zwischen den Wirtschaftszentren in ganz Europa verkürzen. Reisende werden in Hochgeschwindigkeitszügen mit 250 km/h und Güter in schnelleren Zügen als bisher mit bis zu 160 km/h befördert. Die Menge der beförderten Güter, für die gegenwärtig Beschränkungen gelten, kann erhöht werden.

Die Gleisverlegungsarbeiten und die Installation der technischen Anlagen haben bereits begonnen. Die Eröffnung dieses Großprojekts ist für Ende 2017 geplant.

Die Verkehrsminister der Europäischen Union haben am Rande ihrer Tagung vom 15. Oktober in Luxemburg den Durchstich des Tunnels live im Fernsehen verfolgt.

Weitere Informationen:
Feierlichkeiten am Rande der Ratstagung anläßlich des Tunneldurchstichs

20.10.2010