Die EU-Umweltminister haben am 14. März die Unionsstrategie für Quecksilber überprüft und sich darauf verständigt, dass sowohl in der EU als auch weltweit weitere Schritte zur Begrenzung der Quecksilberemissionen bis hin zum völligen Verzicht auf quecksilberhaltige Erzeugnisse unternommen werden müssen.
In seinen Schlussfolgerungen begrüßte der Rat, dass in den letzten fünf Jahren seit Annahme der Strategie erhebliche Fortschritte erzielt worden sind. Große Erwartungen setzt er in die Untersuchung, die die Kommission derzeit über die Verwendung von zahnmedizinischem Amalgam durchführt. Dabei soll die Kommission auch der Frage nachgehen, ob es geeignete quecksilberfreie Alternativen gibt und inwieweit sich die Freisetzung aus Krematorien und Zahnkliniken reduzieren lässt. Quecksilberhaltige Knopfzellen gehören ebenfalls auf den Prüfstand.
Quecksilber findet sich zudem in Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen). Erst im September 2010 ist der zulässige Quecksilbergehalt dieser Lampen in der EU erheblich herabgesetzt worden. Die Minister betonten, dass die Quecksilber-Exposition der Verbraucher, der Arbeitnehmer und der Umwelt durch diese Lampen so gering wie möglich gehalten werden müsse.
Da Quecksilber ein Schadstoff ist, der überall auf der Welt auftritt und vor keiner Grenze haltmacht, ist ein abgestimmtes Vorgehen auf internationaler Ebene erforderlich. Die EU muss ihre internationalen Bemühungen zur Verringerung der Quecksilberemissionen verstärken und sich dafür einsetzen, dass die Primärerzeugung weltweit schrittweise eingestellt wird.
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- Quecksilber ist hochgiftig für Menschen, Tiere und Ökosysteme. In hoher Dosierung kann es für den Menschen tödlich sein, und schon relativ geringe Mengen können zu einer schweren Schädigung des Nervensystems führen.
- Wird Quecksilber (beispielsweise bei der Kohleverbrennung, aus Thermometern oder im Goldbergbau) freigesetzt, so kann es sich weiträumig ausbreiten. So gelangt es in die Luft, in Gewässer, Sedimente, Böden und die Nahrungskette. Besonderen Anlass zur Sorge geben die Quecksilberkonzentrationen in Fischen und Meeresfrüchten.
- Der Verkauf von quecksilberhaltigen Fieberthermometern und anderen Messinstrumenten ist in der EU bereits verboten. Derzeit wird erwogen, dieses Verbot auf weitere medizinische Geräte auszudehnen. Überdies darf Quecksilber nicht mehr in Bauteilen und Werkstoffen von Fahrzeugen verwendet werden.
- Seit dem 15. März darf Quecksilber nicht mehr aus der EU ausgeführt werden.
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Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates (pdf,en)
Webcast der Pressekonferenz