Neue Regeln für Hedgefonds
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Seit Ausbruch der Finanzkrise prüft die EU, wie sich derartige Entwicklungen künftig vermeiden lassen. Am 18. Mai hat der Rat (Wirtschaft und Finanzen) dem Vorsitz den Auftrag erteilt, mit dem Europäischen Parlament über eine Richtlinie zur Einführung eines EU-Rahmens für Verwalter alternativer Investmentfonds, beispielsweise von Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds, zu verhandeln.
Mit der Richtlinie sollen Lücken und Widersprüche im geltenden Recht beseitigt werden. Auch wenn die Märkte, auf denen Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM) operieren, zumeist von dieser Tätigkeit profitieren, haben die jüngsten Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten doch gezeigt, dass Geschäfte von AIFM auch dazu beitragen können, Risiken über das Finanzsystem zu verbreiten oder zu verstärken. Unkoordinierte nationale Maßnahmen zur Eindämmung dieser Risiken erschweren ein wirksames Risikomanagement. Nach Inkrafttreten der Richtlinie müssten AIFM, die eine Portfolio von mehr als 100 Millionen Euro verwalten, bei den nationalen Behörden eine Zulassung zu beantragen. Diese Zulassung würde auch für grenzüberschreitende Geschäfte gelten.
Information ist die entscheidende Voraussetzung für Aufsicht und Transparenz. Deshalb sollen die Verwalter regelmäßig Daten zur ihrem Risikomanagement, ihrer Leistung und ihren Risikopositionen vorlegen. Sie sollen zudem ihre Anlagepolitik klar und deutlich darlegen.
Die Richtlinie regelt eine Reihe unterschiedlicher Aspekte, wie etwa Hebeleffekte (Einsatz von Fremdkapital zur Finanzierung von Investitionen), interne Führungsstrukturen und Transparenz.
AIFM investieren in ein breites Spektrum von Vermögenswerten und bedienen sich dabei – je nach Art der Investoren – unterschiedlicher Investmentstrategien und -methoden.
Der Rat wird nun Gespräche mit dem Europäischen Parlament führen, um in erster Lesung eine Einigung über den Text zu erzielen.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung
Webcast der öffentlichen Aussprache
Webcast der Pressekonferenz