Schengen-Beitritt von Liechtenstein
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14.12.2011
Der Rat hat am 13. Dezember den Beschluss, der Liechtenstein zum 26. Mitglied des Schengen-Raums macht, förmlich angenommen. Am 19. Dezember werden die Grenzkontrollen an den Landgrenzen mit diesem Land aufgehoben.
Liechtenstein wird somit zu einem Teil Schengens und erhält außerdem uneingeschränkten Zugang zum Schengener Informationssystem (SIS), einer gemeinsamen Datenbank für Grenz- , Zoll-, Polizei- und Einwanderungsbehörden. Das SIS unterliegt strengen Datenschutzbestimmungen.
Seit der Einführung der Schengen-Zusammenarbeit ist das Reisen in Europa wesentlich einfacher geworden. Staatsangehörige eines EU-Mitgliedstaates sowie jeder Nicht-EU-Bürger mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU kann frei im Schengen-Raum reisen, ohne an Luft-, See- oder Landgrenzen kontrolliert zu werden. Touristen, die aus Nicht-EU-Staaten anreisen, müssen nur ein einziges Mal, und zwar bei der Einreise an der Außengrenze, ihren Reisepass und ihr Visum (sofern sie visumpflichtig sind) vorlegen. Weltweit sind 2009 knapp 10 Millionen Schengen-Visa ausgestellt worden.
Die Schengener Vorschriften umfassen gemeinsame Regeln für die Bereiche Visum und Asyl, Außengrenzkontrollen und grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit, beispielsweise zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Zusammenhang mit illegalem Handel, Drogen, gestohlenen Kraftfahrzeugen und vermissten Personen. Diese Regeln müssen von allen Mitgliedern eingehalten werden. Durch eine regelmäßige Bewertung jedes Schengen-Staates soll gewährleistet werden, dass jeder von ihnen den Schengen-Besitzstand ordnungsgemäß anwendet.
"Gegenwärtig beteiligen sich 22 EU-Mitgliedstaaten sowie die vier Nicht-EU-Länder Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein an der Schengen-Zusammenarbeit. Als nächste Länder werden Rumänien und Bulgarien beitreten. Drei EU-Mitgliedstaaten (Zypern, Irland und Vereinigtes Königreich) gehören nicht zum Schengen-Raum, wenden aber bestimmte Schengener Vorschriften an."
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