Aufruf zur Erörterung der Fischbestandsbewirtschaftung der EU


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Europäische Bürger, Unternehmen und andere Interessenten werden um ihre Meinungen und Kommentare zu dem Plan gebeten, mit dem die Kommission ab 2012 das derzeitige System der Zuteilung von Fangquoten und "zulässigen Gesamtfangmengen" verbessern will, d.h. die Instrumente für die Bewirtschaftung der Fischbestände und für die gleichzeitige Sicherung der Existenzgrundlage der Fischer.

Hauptziel dieses Plans für 2012 ist ein beschleunigter Abbau der Überfischung in europäischen Gewässern. Überfischung tritt hauptsächlich dann auf, wenn zu große Flotten zu geringe Bestände befischen.

Das derzeitige System für die Bewirtschaftung der Fischbestände hat dazu beigetragen, den Anteil überfischter Bestände im Atlantik von 94 % auf 63 % zu senken, doch ist die Lage im Mittelmeer, wo immer noch 82 % der bekannten Bestände überfischt sind, weiterhin problematisch. Überfischung ist nicht nur für die Fischarten von Nachteil, sondern auch für die Fischereiunternehmen, die dann häufig teuren Kraftstoff verschwenden und einen Aufwand treiben, der nichts einbringt.

Deshalb wird vorgeschlagen, dass die bisherigen Methoden, mit denen die Quotenzuteilung an wissen­schaftliche Gutachten gekoppelt wird, vereinfacht werden und dass die zulässigen Gesamtfangmengen um 25 % reduziert werden, wenn für einen bestimmten Bestand kein wissenschaftliches Gutachten vorliegt.

Zudem wird beabsichtigt, die derzeitigen Mehrjahrespläne für die Bewirtschaftung der Fischbestände anzupassen, um sie stärker auf die Bestandsbewirtschaftung im Allgemeinen auszurichten und weniger auf die Wiederherstellung erschöpfter Bestände, worin ihr ursprünglicher Zweck bestand.

Ferner wird vorgeschlagen, dass der Rat seine jährlichen Beschlüsse über die Hauptzuteilung der Quoten an die einzelnen Mitgliedstaaten und über die zulässigen Gesamtfangmengen in europäischen und internationalen Gewässern nicht mehr im Wege einer einzigen Maßnahme fasst, sondern in zwei Teilen, was eingehendere Prüfungen und mehr Feinabstimmung ermöglichen würde.

Interessierte Bürger und Organisationen sind aufgerufen, ihre Meinungen und Vorschläge bis 20. Juli 2011 online (siehe nachstehenden Link) oder auf anderem Wege zu übermitteln. Die EU-Mitglied­staaten haben sich bereits auf der Ratstagung vom 28. Juni 2011 in Luxemburg zu dem Dokument der Kommission geäußert.

Die Konsultation ist Teil umfassenderer Bemühungen mit dem Ziel, eine Reform der derzeitigen Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) einzuleiten. Der erste Vorschlag zur Reform der GFP soll dem Rat auf der nächsten Tagung des Rates (Fischerei) vorgelegt werden.

Weitere Informationen:
Konsultationsseite
Pressemitteilung

Webcast der Pressekonferenz


30.06.2011