Verbesserung der Milchversorgungskette


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Ausgewogenere Vertragsbeziehungen zwischen den Milcherzeugern und den Molkerei­betrieben, Stärkung der Verhandlungsmacht der Landwirte und Entwicklung von Instrumenten zur Reduzierung der Volatilität des Marktes – dies waren einige der Hauptthemen der Tagung des Landwirtschaftsrats am 12. Juli, der sich mit weiteren Möglichkeiten zur Stabilisierung des Milchmarkts und der Einkommen der Erzeuger befasst hat.

Die Minister nahmen Kenntnis von dem Abschlussbericht der hochrangigen Expertengruppe "Milch", die infolge der Krise im Milchsektor letztes Jahr eingesetzt worden ist. Darin wird – im Interesse einer besseren Ausrichtung des Angebots an der Nachfrage – empfohlen, entweder durch Leitlinien oder über einen entsprechenden Gesetzgebungsvorschlag darauf hinzuwirken, dass künftig im Voraus förmliche detaillierte Lieferverträge für Rohmilch (einschl. Preis, Liefermengen, Lieferfristen und Vertragsdauer) abgeschlossen werden.

Außerdem wird in dem Bericht vorgeschlagen, den Erzeugerorganisationen im Milchsektor zu erlauben, mit Molkereibetrieben Vertragsbedingungen – wie beispielsweise Preise – auszuhandeln, um so die Verhandlungsmacht der Landwirte zu stärken.

Die hochrangige Gruppe schlägt vor, bei den laufenden Beratungen über die Etikettierung von Milcherzeugnissen zu prüfen, ob sich das Profil von Milcherzeugnissen nicht durch die Angabe des Erzeugungsorts auf dem Etikett erhöhen ließe und ob Imitationserzeugnisse wie "Analogkäse" nicht gesondert gekennzeichnet werden sollten.

Der Rat befasste sich außerdem mit der Weiterentwicklung des europäischen Instruments für die Überwachung der Lebensmittelpreise, das helfen sollte, Marktstörungen zu antizipieren, sowie mit der Bedeutung von Innovation und Forschung für die Wettbewerbsfähigkeit des Milchsektors.

Die Beratungen über dieses Thema sollen auf der Tagung des Landwirtschaftsrats im September fortgesetzt werden; dies gibt der Kommission Zeit, vor Ende des Jahres entsprechende Vorschläge vorzulegen.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Rates
Webcast der Pressekonferenz




15.07.2010