Leitlinien für die Beschäftigungspolitik


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Globalisierung und Finanzkrise sind eine Bedrohung für die Arbeitsmärkte Europas. Deshalb hat der Rat (Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz) am 21. Oktober Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten beschlossen.

Diese Leitlinien sind Teil des Maßnahmenpakets zur Ankurbelung der Wirtschaft, das die neue Zehnjahresstrategie der EU für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum (Strategie "Europa 2020") vorsieht. Um strukturelle Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, will die EU in erster Linie die Erwerbsbeteiligung erhöhen, Beschäfti­gungshürden abbauen und die allgemeine und berufliche Bildung fördern. Auch die Gleichstellung von Mann und Frau wird in allen Leitlinien angemahnt.

Besondere Aufmerksamkeit wird darauf verwendet, junge Menschen und Frauen, ältere und gering­qualifizierte Arbeitnehmer sowie legale Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Es gilt, die berufliche und geografische Mobilität zu fördern und Hindernisse für Existenzgründungen, Unter­nehmertum und den Eintritt in den Arbeitsmarkt abzubauen. Um Frauen die Erwerbstätigkeit zu erleichtern, sollte mit erschwinglichen Betreuungseinrichtungen und einer flexiblen Arbeits­organisation dafür gesorgt werden, dass sich Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren lassen.

Damit mehr Menschen einen Bildungsabschluss erwerben, muss die Schulabbrecherquote gesenkt und die Zahl der Hochschulabsolventen erhöht werden, indem auch Lernende, die nicht den klassi­schen Zielgruppen zuzurechnen sind, Zugang zu den Hochschulen erhalten. Die Unterrichts­methoden müssen auf allen Stufen – von der frühkindlichen Erziehung bis hin zur Erwachsenen­bildung – verbessert werden, damit die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Stellen­markt überwunden und sichergestellt wird, dass die Arbeitskräfte sich weiterbilden und jeweils die Qualifikationen und Kompetenzen erwerben können, die auf dem sich rasch wandelnden Arbeits­markt gerade gefragt sind.

Nicht zuletzt sollte die soziale Inklusion gefördert und die Armut bekämpft werden, damit alle Menschen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können. Alle Bürger müssen Zugang zu erschwinglichen und solide finanzierten sozialen und öffentlichen Diensten von hoher Qualität erhalten. Die Systeme der sozialen Sicherheit sollten vor allem die Gruppen auffangen, die am stärksten von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht sind, wie Einelternfamilien, Minderheiten, Menschen mit Behinderungen und Obdachlose.

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25.10.2010