Obwohl die EU eine der reichsten Regionen der Welt ist, leben etwa 16% der Menschen in der EU an der Armutsgrenze oder knapp darüber. Am 27. September haben die Landwirtschaftsminister über Änderungen an der derzeitigen Regelung für die kostenlose Abgabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige in der Union beraten.
Dieses Thema ist für den belgischen Vorsitz insofern von erheblicher Bedeutung, als hier der Grundsatz der europäischen Solidarität zum Tragen kommt und die EU nachweisen kann, dass sie in der Lage ist, gezielt Hilfe für Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu stellen, die .sozial ausgegrenzt sind oder am Rand der Gesellschaft leben.
Die Wirtschaftskrise hat in Verbindung mit dem Anstieg der Nahrungsmittelpreise dazu geführt, dass in Europa immer mehr Menschen in Armut leben. Die Kommission fordert, dass die Mittel für die Regelung aufgestockt werden, und schlägt einen jährlichen EU-Beitrag in Höhe von 500 Mio. EUR vor. Die Vorhaben werden gemeinsam mit den Mitgliedstaaten finanziert, wobei der EU-Beitrag 75% bis 90% der Gesamtmittel ausmacht.
Mehr als 13 Mio. Menschen in der Europäischen Union ist das Nahrungsmittelprogramm im vergangenen Jahr zugute gekommen. Die Hilfe wird über karitative Organisationen und örtliche soziale Dienste verteilt. Nach dem vorgeschlagenen Programm könnten die Mitgliedstaaten frei darüber entscheiden, welche Nahrungsmittel sie unter Berücksichtigung ernährungsphysiologischer Erwägungen verteilen. Die Erzeugnisse stammen entweder aus Überschussbeständen oder werden am Markt beschafft.
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