24.10.2011
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, wie viel Fisch im Jahr 2012 aus bestimmten Ostseebeständen gefangen werden darf (zulässige Gesamtfangmengen) und wie sie diese Fangmöglichkeiten untereinander aufteilen wollen (Quoten). Sie haben zudem für das kommende Jahr Fangaufwandsbeschränkungen für die Dorschbestände in der Ostsee festgelegt.
"Dies war – wie immer – ein sehr heikler Punkt", erklärte der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki, der auf der Tagung des Rates für Landwirtschaft und Fischerei am 21. Oktober 2012 den Vorsitz geführt hatte. "Es ging darum, eine möglichst ausgewogene Lösung zu finden, denn auf der einen Seite müssen wir die Bestände der Ostsee schützen und auf der anderen Seite müssen wir auf die Interessen der Mitgliedstaaten Rücksicht nehmen. Die Kompromisssuche war äußerst schwierig."
Nach der Vereinbarung werden 2012 die zulässigen Gesamtfangmengen (total allowable catches = TAC) für die östlichen und westlichen Dorschbestände der Ostsee um 15 bzw. um 13 % erhöht, da sich diese Bestände dank des (seit 2008 geltenden) langfristigen Bewirtschaftungsplans wieder erholt haben und sich mittlerweile auf einem nachhaltigen Niveau bewegen.
Die TAC für Hering im Bottnischen Meerbusen wird um 2 % erhöht. Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen haben sich die Bestände in den übrigen Teilen der östlichen Ostsee und im Golf von Riga allerdings nicht ausreichend erholt. Daher werden die TAC für diese Gebiete (gegenüber dem Vorjahr) um 27 bzw. 16 % gesenkt.
Die Lachsbestände in der Ostsee sind nach den vorliegenden wissenschaftlichen Daten bedroht, so dass umgehend Maßnahmen ergriffen werden müssen. Daher haben die Mitgliedstaaten beschlossen, die TAC für das Hauptbecken der Ostsee gegenüber dem letzten Jahr um 51 % zu senken und nur für den Finnischen Meerbusen unverändert zu lassen. Einige Mitgliedstaaten meinten, dass die ursprünglich vorgeschlagene Senkung übermäßig sei und den Lachsfang in Binnengewässern nicht berücksichtige.
Die TAC für Sprotte wird um 22% auf 225.237 Tonnen reduziert.
Die vorgeschlagene vorsorgliche Verringerung der TAC für Scholle um 25 % wurde von den Mitgliedstaaten mit der Begründung abgelehnt, dass es keine hinreichenden wissenschaftlichen Daten gebe, um eine angemessene Fangmenge festzulegen. Stattdessen wurde mit Rücksicht auf die Interessen der Fischer vereinbart, die TAC um 5 % zu senken, bis genauere wissenschaftliche Daten vorliegen.
Die Fangsaison für die genannten Arten wird voraussichtlich am 1. Januar 2012 eröffnet.
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Pressemitteilung
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