Europa hält an Satellitennavigationsprogrammen fest
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© Europäische Weltraumorganisation/P. Carril. Sicht des Künstlers auf den Testsatelliten GSTB V2/B im Orbit.
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Der Rat hat am 31. März bekräftigt, dass Europa am Ausbau und an der Finanzierung seiner Satellitennavigationsprogramme (EGNOS und Galileo) festhalten will. Die Kommission soll weitere Überlegungen darüber anstellen, wie Kostenüberschreitungen künftig vermieden werden können.
Dies sind die Ergebnisse, zu denen der Rat gelangt ist, nachdem er den Bericht der Kommission über die Halbzeitüberprüfung der beiden Programme geprüft hatte, aus dem unter anderem hervorgeht, dass für die Fertigstellung des Galileo-Systems in den Jahren 2014 bis 2020 zusätzliche Mittel in Höhe von 1,9 Mrd. Euro erforderlich sein werden. Der Betrieb von Galileo und seines Vorläufersystems EGNOS (Europäische Erweiterung des geostationären Navigationssystems) dürfte nach Schätzungen der Kommission rund 800 Mio. Euro pro Jahr kosten.
Dabei handelt es sich allerdings noch um vorläufige Zahlenangaben; über die endgültigen Beträge wird bei den Beratungen über den mehrjährigen Finanzrahmen (den Rahmen für die geplanten EU-Ausgaben) entschieden, wobei die Bemühungen der Mitgliedstaaten um eine Begrenzung ihrer Haushaltsdefizite und Schulden zu berücksichtigen sein werden.
Für den Zeitraum 2007-2013 sind im EU-Haushalt 3,4 Mrd. Euro für die Finanzierung der Programme vorgesehen.
Die 27 Minister sind sich darin einig, dass Galileo und EGNOS von der EU finanziert werden sollten, weil mit diesen besonderen Großvorhaben Dienste für die Öffentlichkeit erbracht werden, deren Kosten nicht mit den direkten Einnahmen gedeckt werden können.
Dank dieser Programme wird die EU auf dem globalen Markt für Weltraumtechnologie mithalten können; sie eröffnen Chancen für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für eine Fülle von wirtschaftlichen Tätigkeiten, die zu Innovation und Wertschöpfung beitragen. Schätzungsweise 6 bis 7 % des BIP der westlichen Staaten, d.h. 800 Mrd. Euro in der EU, hängen schon heute von der Satellitennavigation ab. Die Märkte für Satellitennavigation wachsen schnell; bereits 2020 dürfte ihr Jahresumsatz weltweit rund 240 Mrd. Euro erreichen.
Die Programme stellen darüber hinaus sicher, dass die EU von anderen globalen Satellitennavigationssystemen unabhängig ist.
Der Rat hat die Kommission aufgefordert, die Kosten und Risiken weiter zu analysieren und Möglichkeiten für Einsparungen zu ermitteln.
Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates
Pressemitteilung
Webcast der Pressekonferenz
Europäische Weltraumorganisation