Energieeffizienz: Verbindliche Vorschriften und "klimakluge" Verbraucherentscheidungen


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Energieeffizientere Häuser durch strengere EU-Vorschriften und "klimakluge" Verbrau­cherentscheidungen dank klarerer Kennzeichnungen: Rat und Europäisches Parla­ment haben mit ihrer Einigung über das Energieeffizienz-Paket ein deutliches Zeichen für die Klimaverhandlungen in Kopenhagen ein Zeichen gesetzt.

Derzeit werden 40 % des gesamten Energieverbrauchs in der Union von Gebäuden verursacht. Nach der neuen Richtlinie müssen alle nach 2020 gebauten Gebäude Fast-Null-Energie-Standards erfüllen. Sie werden nur ein Minimum an Energie verbrauchen, die zudem weitgehend aus erneuer­baren Quellen stammt. Der öffentliche Sektor muss dabei eine Vorreiterrolle übernehmen, da öffentliche Gebäude dieses Ziel bereits Ende 2018 erreichen müssen.

Mit der neuen Richtlinie über die Energieverbrauchsangabe wird der Anwendungsbereich der bisherigen Richtlinie erweitert. Dunkelgrün und A sind weiterhin die besten Kategorien. Wenn bei einer Produktgattung die Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen Produkte bereits in den höchsten Klassen eingestuft ist, können bis zu drei weite­re Spitzenklassen, nämlich A+, A++ und A+++, hinzugefügt werden. Diese Kennzeichnung ist künftig nicht nur für Energie verbrauchende Waren vorgeschrieben, sondern für alle Produkte mit nennenswertem Potenzial für Energieeinsparungen, beispielsweise Fenster. Auch hier sollte der öffentliche Sektor mit gutem Beispiel vorangehen, indem er nur Produkte der energieeffizientesten Klassen beschafft.

Der dritte Teil des Pakets, der bereits förmlich angenommen wurde, ist eine Verordnung über die Kennzeichnung von Reifen. Ab November 2012 muss die Kennzeichnung von Reifen Angaben zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräuschentwicklung enthalten.

Die Energieminister haben auf der Ratstagung am 7. Dezember den Stand der abschließenden Überarbeitung des Pakets zur Kenntnis genommen. Die Verabschiedung wird sich wegen der recht­lichen Anpassungen, die durch das Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon notwendig geworden sind, noch bis Anfang 2010 verzögern.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Rates

Webcast der Pressekonferenz des Rates

Öffentliche Aussprache des Rates

BUILD UP - Webportal für Energieeffizienz in Gebäuden

09.12.2009