Allgemeine und berufliche Bildung: Schwerpunkt Beschäftigungsfähigkeit


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13.02.2012

Wie können die allgemeine und die berufliche Bildung zur Strategie der EU beitragen, Wachstum und Beschäftigung zu fördern, und wie können sie insbesondere dazu beitragen, die Jugendarbeitslosigkeit zu verringern? Dies waren die wichtigsten Fragen, die der Rat auf seiner Tagung am 10. Februar erörtert hat.

Die Anzahl der Arbeitslosen in der EU ist sehr hoch. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei durchschnittlich mehr als 20%; in einigen Mitgliedstaaten erreicht sie fast 50%. Auf der jüngsten Tagung der Bildungsminister stand daher die Beschäftigungsfähigkeit eindeutig im Mittelpunkt der politischen Aussprache. Es wurde als entscheidend angesehen, praktische und berufsorientierte Elemente in eher theoretische und akademische Bildungsgänge zu integrieren, um einen fließenden Übergang von Bildungseinrichtungen zum Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Ein großer Teil der Minister schloss sich der Auffassung an, dass eine gute Methode, die Welt der Bildungseinrichtungen besser mit der Arbeitswelt zu verbinden, darin besteht, den praktischen Elementen im Rahmen der Programme für allgemeine und berufliche Bildung mehr Gewicht zu geben. Beispiele sind der duale Ansatz, bei dem schulisches Lernen und Arbeitserfahrung zusammengehen, sowie Praktika als integrierter Bestandteil der Hochschulbildung. Ferner sollte die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern dazu beitragen, Lehrpläne stärker an den Anforderungen des Arbeitsmarktes auszurichten.

Mehrere Minister sprachen von den Anstrengungen in ihren Ländern, in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern deutlich mehr Ausbildungs- und Praktikumsplätze für junge Menschen zur Verfügung zu stellen. Einige fügten hinzu, dass eine bessere Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen - unabhängig davon, ob mittels formalem, nicht formalem oder informellem Lernen erworben - ebenfalls dazu beitragen könne, die Aussicht auf einen Arbeitsplatz für den Einzelnen zu verbessern.

Schließlich wiesen zahlreiche Minister noch darauf hin, dass Ressourcen aus EU-Fonds und Programmen mobilisiert werden sollten, um mehr jungen Menschen zu einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu verhelfen und ihre Mobilität zu erhöhen.

Die Minister nahmen den gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung in den Jahren 2009-2011 an und einigten sich auf künftige Schwerpunkte. In dem Bericht werden die Fortschritte der letzten drei Jahre bewertet und die Prioritäten für den nächsten Arbeitszyklus (2012-2014) festgelegt; dabei geht es vor allem darum, die allgemeine und berufliche Bildung zur Unterstützung der EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung einzusetzen.

Das Bild, das aus dem Bericht hervorgeht, ist ein gemischtes; so sind einige positive Entwicklungen zu verzeichnen, jedoch auch vieles, was noch zu tun bleibt, um die Bildungsgrundlagen in Europa zu verbessern, den Anteil der Schulabbrecher weiter zu verringern und die Beschäftigungsfähigkeit derjenigen zu verbessern, die das System der allgemeinen und beruflichen Bildung verlassen haben.

 

Weitere Information:
Pressemitteilung
  
Öffentliche Aussprache   
Entwurf des gemeinsamen Berichts (pdf)
Analyse der Umsetzung des Strategischen Rahmens (pdf – EN)
Länderanalyse (pdf – EN)
Fortschrittsberichte (Website der Kommission)
Webcast der Pressekonferenz