EHEC-Ausbruch: Unterstützung für Gemüseanbauer

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Auf der außerordentlichen Tagung des Rates (Landwirtschaft) vom 7. Juni 2011 in Luxemburg haben die Minister über Ausgleichszahlungen für die Gemüseanbauer beraten, die von der EHEC‑Krise und dem daraus resultierenden drastischen Verbrauchsrückgang betroffen sind. Die Kommission hat die Bereitstellung eines vorläufigen Betrags von 150 Mio. Euro aus dem Landwirtschaftshaushalt der EU vorgeschlagen, die endgültige Höhe des Betrags ist jedoch noch festzulegen.

Sándor Fazekas, der ungarische Minister für die Entwicklung des ländlichen Raums, betonte, dass Europa Landwirte brauche, die gesunde Lebensmittel von hoher Qualität erzeugen. Es sei unbedingt erforderlich, das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen und rasch zu einer Lösung für die Landwirte zu gelangen, die unverschuldet in eine schwierige Lage geraten seien.

John Dalli, Kommissionsmitglied mit Zuständigkeit für Gesundheit und Verbraucherpolitik, stellte fest, dass Informationen und Empfehlungen, die veröffentlicht und in das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel eingestellt werden, fundiert und wissenschaftlich bewiesen sein müssen. Die gegenwärtig von einigen nicht der EU angehörenden Ländern verhängten Einfuhrverbote seien unangemessen, da der Erreger lediglich in einem begrenzten geografischen Gebiet rund um Hamburg auftrete. Dalli führte weiter aus, dass die Verbraucher ein Recht darauf hätten, Vertrauen in die von ihnen verzehrten Lebensmittel zu haben, und dass weitere Todesfälle und weiteres Leid vermieden werden müssten.

Das Kommissionsmitglied mit Zuständigkeit für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Dacian Cioloş, wies darauf hin, dass budgetärer Beschränkungen und aufgrund der rechtlichen Anforderungen für die Gewährung von Finanzhilfen nur wenig Handlungsspielraum bestehe. Er warnte vor Überkompensation. Die EU‑Verfahren könnten nächste Woche zum Abschluss gebracht werden, und danach könnten die Mitgliedstaaten damit beginnen, die geschätzten Verluste zu beziffern, um so eine Grundlage für die Festlegung der Ausgleichszahlungen zu haben, die durch nationale Erzeugerorganisationen geleistet und von der EU und den Mitgliedstaaten gemeinsam finanziert werden.

Im Zusammenhang mit Gesundheitsschutz und Lebensmittelsicherheit werden weiterhin intensive Untersuchungen der gesamten Lebensmittelkette durchgeführt, um die genaue Quelle der Kontaminierung mit diesem besonders virulenten Stamm des Bakteriums Escherichia coli festzustellen, die zu einer Reihe von Todesfällen, vor allem in Deutschland, und zur Hospitalisierung vieler weiterer Personen geführt hat.

Gegenwärtig sind von dem Ausbruch - bei dem es sich um einen der bisher größten weltweit handelt - hauptsächlich Personen in Norddeutschland und Personen, die diese Region nach Anfang Mai besucht haben, betroffen.

Zu den Symptomen, die nach einer Inkubationszeit von etwa einer Woche auftreten, zählen unter anderem Magenschmerzen und blutiger Durchfall. In den schwersten Fällen kann die Infektion zu Nierenversagen und sogar Tod führen.

Bei den fraglichen Bakterienstämmen handelt es sich um Shigatoxin bildende E. coli (STEC), die durch kontaminierte Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser oder durch Kontakte mit Nutztieren übertragen werden können. Da auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist, ist es wichtig, die hygienischen Grundregeln einzuhalten.

Nachdem am 22. Mai die ersten Fälle gemeldet wurden, hat die Kommission alle bestehenden EU‑weiten Netze aktiviert, um Informationen weiterzugeben und das Vorgehen zu koordinieren. Zu diesen EU‑weiten Netzen zählen unter anderem das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel und das Frühwarn- und Reaktionssystem für die Überwachung und die Kontrolle übertragbarer Krankheiten.

Ein Team von sieben EU‑Experten für lebensmittelbedingte Erkrankungen, das am 5. Juni in Deutschland eingetroffen ist, arbeitet in Verbindung mit den deutschen Behörden daran, die genaue Ursache für den Ausbruch zu ermitteln.

Weitere Informationen:
Website des Europäisches Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (en)
E. coli outbreak in Germany(EUROPA portal – Lebensmittelsicherheit) (en)
Website der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
Mitteilung an die Presse - Rat - (Landwirtschaft)
Webcast der Pressekonferenz - (Ladnwirschaft)

09.06.2011