Bekämpfung von Spielabsprachen


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30.11.2011

Unter Hinweis darauf, dass Spielabsprachen "im Widerspruch zu den grundlegenden Werten des Sports stehen" und somit "eine der größten Bedrohungen für den modernen Sport darstellen", haben die für Sport zuständigen Minister am 29. November 2011 Schlussfolgerungen zur Bekämpfung von Spielabsprachen angenommen. Sie plädierten für angemessene, wirksame und abschreckende Sanktionen und Maßnahmen auf EU-Ebene.

Die Sanktionen sollen "strafrechtliche Maßnahmen und/oder Disziplinarmaßnahmen" umfassen. Dabei sollen die Maßnahmen auf EU-Ebene die "von der Sportbewegung, den Behörden und den Wettanbietern durchgeführten Maßnahmen" ergänzen. Die Minister wiesen ferner auf die Bedeutung einer verantwortungsvollen Führung (Good Governance) hin.

Die verschiedenen Akteure und Interessengruppen wurden aufgerufen, die Entwicklung von Schulungsprogrammen, die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen zu fördern, die Möglichkeit von Untersuchungen zu prüfen, Bestimmungen über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in einschlägige internationale Übereinkünfte aufzunehmen und eine politische Erklärung in Erwägung zu ziehen.

In allen diesen Fällen ist den Beschränkungen, die sich aus der Zuständigkeit dieser Akteure und Interessengruppen, ihrer Autonomie und ihrer internen Struktur ergeben, sowie dem Subsidiaritäts­prinzip Rechnung zu tragen. Ähnliches gilt beispielsweise für die Erprobung grenzüberschreitender Projekte zur Unterstützung vorbeugender Maßnahmen gegen Spielabsprachen, die Aufnahme einschlägiger Bestimmungen in internationale Übereinkünfte und die Möglichkeit einer öffentlichen Erklärung durch die Behörden, die Sportbewegung und die Wettanbieter.  

Die Europäische Kommission wurde ersucht, die Vergabe einer Studie zu erwägen, in der ein Überblick über die Situation in Bezug auf Spielabsprachen in- und außerhalb der EU gegeben wird, die Bekämpfung von Spielabsprachen im Rahmen ihres Dialogs mit Interessengruppen aus dem Bereich des Sports zu fördern und in Betracht zu ziehen, "grenzüberschreitende Projekte zur Unterstützung vorbeugender Maßnahmen gegen Spielabsprachen zu erproben".

Die Bekämpfung von Spielabsprachen ist eines der im EU-Arbeitsplan für den Sport hervorgehobenen prioritären Themen.

 

Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates zur Bekämpfung von Spielabsprachen (pdf) (en)
Pressemitteilung
Entschließung zu einem Arbeitsplan der Europäischen Union für den Sport (2011-2014) (pdf)
Sportpolitik nimmt Gestalt an
Webcast der Pressekonferenz