12.06.2012
Durch die Art, wie wir unsere Böden und Wälder nutzen, kann der Klimawandel entweder gemildert oder verstärkt werden. Am 11. Juni haben die Umweltminister einen Vorschlag für EU-weite Vorschriften erörtert, mit dem die Auswirkungen der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft hinsichtlich der Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden sollen, und Vorgaben für die künftigen Arbeiten erteilt.
Geeignete Formen der Landnutzung und Bewirtschaftungsverfahren in der Forst- und Landwirtschaft können dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu senken und den Abbau von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu verstärken. Bisher wurden jedoch die diesbezüglichen Bemühungen der Landwirte und Waldbesitzer bei der Treibhausgaserfassung in der Union weder gebührend anerkannt noch in die Emissionsminderungsziele einbezogen.
Dem vorgeschlagenen zweistufigen Ansatz zufolge besteht der erste Schritt in der Schaffung einheitlicher Anrechnungsvorschriften für Emissionen und deren Abbau durch Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF – nach der englischen Abkürzung für "Land Use, Land Use Change and Forestry"). Nach Einführung dieser Vorschriften könnte überlegt werden, den LULUCF-Bereich förmlich in die Verpflichtung der EU zur Treibhausgasreduktion einzubeziehen.
Außerdem schlägt die Kommission vor, dass die Mitgliedstaaten nationale Aktionspläne für die Emissionsreduktion und die Verstärkung des Abbaus schaffen.
Am Ende der Aussprache stellte der dänische Minister für Klima, Energie und Bauwesen, Martin Lidegaard, fest, dass die Minister den Kommissionsvorschlag allgemein begrüßt hätten. Er habe die unterschiedlichen Auffassungen und Anregungen zur Kenntnis genommen, die u.a. den Zeitplan und die Bedingungen für den zweiten Schritt, die Nutzung von Synergien mit bestehenden politischen Maßnahmen und die Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Gegebenheiten beträfen. Im Hinblick auf weitere Beratungen und Fortschritte bei diesem Dossier würden die Beiträge der Minister nun sorgfältig analysiert.
Die europäische Landschaft besteht zu über drei Vierteln aus Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zwar stammen die Treibhausgasemissionen in der EU überwiegend aus der Energieerzeugung und anderen anthropogenen Quellen, doch werden einige Emissionen über die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre bei der Fotosynthese ausgeglichen und in Bäumen und anderen Pflanzen, im Boden, in der Biomasse und im Holz gespeichert.
Links:
Vorschlag für einen Beschluss über die Anrechnungsvorschriften für Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (Volltext im pdf-Format)
Aussprache des Rates (Video in allen Amtssprachen)
Pressemitteilung (pdf)
Pressekonferenz (mehrsprachiges Video)
LULUCF in der EU (Webseiten der Kommission über Klimaschutzmaßnahmen)
LULUCF auf der Website des UNFCCC