Hilfe für Südsudan


© Jose Miguel Calatayu/IRIN,2011

Die Bevölkerung im südlichen Teil des Sudan hat sich bei dem Referendum im Januar 2011 mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit vom Norden ausgesprochen. Um dem neuen Land dabei zu helfen, die zahlreichen humanitären und sozioökonomischen Herausforderungen zu bewältigen, denen es sich stellen muss, hat der Rat am 23. Mai beschlossen, die Finanzhilfe der EU zu erhöhen.

Die Union hat 200 Millionen Euro bereitgestellt, die zu den im vergangenen Jahr zugeteilten 85 Millionen Euro hinzukommen. Angesichts der Umstände wird Südsudan noch lange Zeit auf externe Hilfe angewiesen sein. Das Land braucht Hilfe, um die extreme Armut zu bekämpfen, lokale Gemeinschaften zu stärken und der Bevölkerung eine soziale Grundversorgung zu bieten. Die vorrangigen Bereiche der EU-Hilfe sind noch festzulegen, aber es ist davon auszugehen, dass der Schwerpunkt auf Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft liegen wird.

Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs haben mehr als 98 % der Menschen in Südsudan für die Abspaltung vom nördlichen Sudan gestimmt. Der neue Staat verfügt über Ölfelder, die in das Grenzgebiet zum nördlichen Sudan hineinreichen. Einige der ergiebigsten Ölfelder liegen in Abyei in der zentralen Grenzregion, in der die Lage aufgrund der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen dem Norden und dem Süden Anlass zu Besorgnis gibt. Die endgültigen Grenzen sind noch nicht gezogen, und der Status der Region und ihrer Einwohner muss noch vereinbart werden. Zu den weiteren ungeklärten Fragen gehören die Aufteilung der Öleinnahmen und die zahlreichen Binnenvertriebenen und Flüchtlinge.

Südsudan wird voraussichtlich am 9. Juli 2011 förmlich seine Unabhängigkeit erklären. Erster Präsident des Landes wird der derzeitige politische Führer der Region, Salva Kiir Mayardit, werden. Er wird Staatschef eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt sein, das eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten und den niedrigsten Bildungsstand der Welt hat. Durch ihren umfassenden Ansatz zeigt die EU ihre Bereitschaft, den neuen Staat ab seinen ersten Schritten hin zur Unabhängigkeit zu unterstützen.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung
Webcast der Pressekonferenz




25.05.2011