Die Agrar- und Ernährungsindustrie auf dem Prüfstand
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Die durch die starken Schwankungen bei den Lebensmittelpreisen in den letzten Jahren ausgelösten Diskussionen über die Frage, wie die Lebensmittelversorgungskette in Europa verbessert werden kann, sind noch nicht beendet. Am 29. März rief der Vorsitz, der von einer großen Mehrheit der Minister im Rat (Landwirtschaft) unterstützt wurde, zu Maßnahmen auf, die von der Stärkung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bis zur Verbesserung der Ausgewogenheit zwischen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und den Wettbewerbsbestimmungen der EU reichen.
Der Rat hob hervor, dass die Struktur des Agrar- und Lebensmittelsektors verbessert werden muss, z.B. durch die Einbindung der Primärerzeuger und der kleinen und mittleren Verarbeitungsbetriebe in die Lebensmittelversorgungskette und durch die Stärkung der Genossenschaften und Erzeugerorganisationen.
Mehr Transparenz entlang der Lebensmittelversorgungskette, wie vom europäischen Instrument für die Überwachung der Lebensmittelpreise aufgezeigt wurde, ist eine weitere notwendige Maßnahme.Außerdem müssen unlautere Handelspraktiken bekämpft werden, indem strengere Kontrollen eingeführt werden.Darüber hinaus sollte die Selbstregulierung zwischen den Akteuren der Lebensmittelversorgungskette, etwa in Form von Standardverträgen für die Agrar- und Lebensmittelindustrie und Kodizes für lautere Geschäftspraktiken für alle Beteiligten, gefördert werden.
Die überwiegende Mehrheit der Ratsmitglieder betonte auch, dass es eines besseren Gleichgewichts zwischen der GAP und der EU-Wettbewerbspolitik bedarf.Sie ersuchten die Kommission, den Flexibilitätsspielraum bei der Anwendung der Wettbewerbsregeln zu prüfen.
Eine effizientere Lebensmittelversorgungskette würde Primärerzeugern, Verarbeitungsbetrieben, Händlern und Verbrauchern gleichermaßen zugute kommen.Die Förderung einer fairen Verteilung der Wertschöpfung und marktbasierter Beziehungen entlang der Lebensmittelversorgungskette würde die Effizienz insgesamt steigern und die Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa stärken.
Weitere Informationen:
Schlussfolgerungen des Rates
Webcast der Pressekonferenz