Ein gelungener Tag der offenen Tür


Herman Van Rompuy und Ágnes Vargha, Botschafterin,
Stellvertreterin des Ständigen
Vertreters Ungarns bei der EU
© Europäische Union

Tausende Besucher kamen am 7. Mai, einem sonnigen Samstag, zum Tag der offenen Tür, zu dem der Europäische Rat und der Ministerrat geladen hatten. Sie kamen aus Belgien, aber auch aus anderen Ländern, um sich über die beiden Institutionen und das Thema des Tages "Innovation in der EU" zu informieren.

Bode Censal, eine Studentin aus Zypern, die in Großbritannien studiert, war zu einem viertägigen Besuch in Brüssel. Der Höhepunkt waren für sie die Dolmetschkabinen in den Konferenzsäalen, die sie bei einer Führung sehen konnte. Sie würde gerne ein Praktikum bei einer EU–Institution machen.

Ein junger belgischer Vater mit zwei Töchtern kam, weil er genauer wissen wollte, wie die EU funktioniert. "Meine Kinder sind schon Europäer. Sie wachsen zum Beispiel mit dem Euro auf, und mit diesen Institutionen. Ich denke bei Preisen immer noch in belgischen Francs. Aber für meine Töchter wird das anders sein – sie wachsen in einem Europa auf, das ganz anders ist als das meiner Kindheit." Er hat das Gefühl, dass er nun besser versteht, wie Entscheidungen in der EU zustande kommen.

Natália Filipa de Oliveira Marques Leal, die vor kurzem ihre Promotion in Brüssel abgeschlossen hat, war vor vier Jahren zuletzt beim Rat. Damals hat sie hier gearbeitet, als Portugal den Vorsitz des Rates der EU innehatte. "Die Dekorationen des Vorsitzes haben sich geändert, aber die Konferenzräume sehen immer noch genauso aus."

Die Besucher konnten sich über den Europäischen Rat, den Rat der EU und weitere Einrichtungen der EU informieren. So gab es Stände, an denen erklärt wurde, welche Aufgaben der Europäische Auswärtige Dienst, die Europäische Zentralbank, die Europäische Investitionsbank und diverse EU-Agenturen wahrnehmen, die eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der EU-Politik spielen, etwa das Satellitenzentrum der EU.

Das Thema des Tages lautete "Innovation in der EU". Im Foyer war ein großes Modell des Solarflugzeugs Solar Impulse (mit 8 Metern Flügelspannweite) zu sehen, das als erstes in der Lage ist, Tag und Nacht mit Solarantrieb zu fliegen.

Daneben hatten die Besucher die Möglichkeit, sich einen Eindruck zu verschaffen, wie Raketenstartsysteme und Satelliten aus der Nähe aussehen, und hierzu professionelle Erläuterungen zu hören. Die Europäische Weltraumorganisation zeigte Modelle des Raketenstartsystems Ariane 5 und des Satelliten Proba2. Die Königliche Sternwarte Belgiens führte ALTIUS vor, ein meteorologisches Instrument an Bord eines Mikrosatelliten, mit dem verschiedene Bestandteile der höheren Atmosphäre gemessen werden.

Der ungarische Vorsitz des Rates der EU präsentierte sein Land in allen Facetten, unter anderem mit einer Ausstellung über das von Studenten der Technischen Universität Óbuda in Budapest entwickelte schadstoffarme Auto, mit Fotografien, einem Hologramm der Krone des Heiligen Stephan und einer Kinderecke, sodass sich die Besucher ein Bild von Ungarn und seinen Erfindungen der Vergangenheit und der Gegenwart machen konnten. Darüber hinaus bot sich die Gelegenheit, verschiedene ungarische Spezialitäten zu probieren.

Dora Schall und Gabor Fülöp, zwei der Tänzer, die ungarische Volkstänze aufführten, waren zum ersten Mal beim Rat und freuten sich über den Kontakt mit den Zuschauern. Auch Edina Csüllög und Julia Bucz, die sie musikalisch begleiteten und ein traditionelles Instrument, die Zither, spielten, hatten Spaß an ihrem Auftritt und stellten fest, dass ihre lebhaftesten Anhänger und Bewunderer die Kinder waren.

Am polnischen Stand konnten sich die Besucher über das Land informieren, das in der zweiten Hälfte des Jahres den Vorsitz des Rates der EU übernehmen wird, und frisch gepressten polnischen Apfelsaft probieren.

Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, besuchte die Stände und sprach mit Ausstellern und Besuchern. Er bewunderte die Darbietungen der Tänzer und "Freestyle"-Fußballer, bevor er am "Social Media"-Stand des Rates ein paar Fragen auf seiner Facebook-Seite beantwortete.

Auch wenn der Tag der offenen Tür nun vorbei ist, haben die Bürger auch weiterhin Zugang zum Europäischen Rat und zum Rat der EU; über ihre Websites und Veröffentlichungen, bei Besuchen und über die sozialen Medien haben sie jederzeit die Möglichkeit, sich ein genaueres Bild von den beiden Institutionen zu machen.




12.05.2011