Ein Impuls für die Gleichstellung von Frauen und Männern


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Obwohl die EU seit ihrer Gründung darauf hingewirkt hat, dass Frauen und Männern die gleichen Chancen garantiert werden, sind noch immer erhebliche Ungleichheiten festzustellen. Der Rat hat in seinen Schlussfolgerungen vom 6. Dezember erklärt, dass er die Maßnahmen unterstützt, die die Kommission zum Abbau geschlechtsspezifischer Diskrepanzen vorschlägt.

Die Arbeit wird sich auf fünf Aktionsschwerpunkte konzentrieren:

- gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit;
- gleiches Entgelt für gleiche Arbeit;
- Gleichstellung der Geschlechter in Entscheidungsprozessen;
- Ende geschlechtsspezifischer Gewalt;
- Gender Mainstreaming in der Außenpolitik der EU.

Eines der wichtigsten Ziele ist die Steigerung der Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt. Sie liegt in der EU durchschnittlich bei 60 %, wobei sehr große Unterschiede zwischen einzelnen Mitgliedstaaten und zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor bestehen. Ziel ist eine Beschäftigungsquote von 75 % bei Frauen und Männern, wie es in der Strategie der EU für Wachstum und Beschäftigung festgelegt ist. Damit Frauen Erwerbstätigkeit und Privatleben miteinander vereinbaren können, müssen den Familien erschwingliche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und flexiblere Arbeitszeitregelungen geboten werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das geschlechtsspezifische Lohngefälle, das im Durchschnitt rund 18 % beträgt. In gesonderten Schlussfolgerungen zu dieser Frage werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, über die Gründe für das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern nachzudenken. Sie könnten beispielsweise Maßnahmen ergreifen, um die Transparenz beim Entgelt und eine geschlechtsneutrale Einstufung von Stellen zu fördern und die Zahl der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Außerdem sollte die unternehmerische Initiative von Frauen gefördert werden.

Der Rat begrüßt die neue Strategie und erwartet eine verstärkte Zusammenarbeit mit Organen, Institutionen und Partnern im Rahmen eines Gleichstellungsdialogs auf höchster Ebene, der jährlich stattfinden soll. Er bekräftigt, dass das Gender Mainstreaming in allen Politikbereichen gefördert werden muss, damit schneller Fortschritte bei der vollständigen Gleichstellung der Geschlechter erzielt werden und Frauen ihr Potenzial uneingeschränkt entfalten können.

Weitere Informationen:
Pressemitteilungen
Schlussfolgerungen zur Strategie der Europäischen Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)

Schlussfolgerungen zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle




08.12.2010