13.08.2012
Das Jahr 2012 ist zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" ausgerufen worden. Es soll zur Sensibilisierung für das Altern der Bevölkerung beitragen. Ziel ist es, einschlägige Maßnahmen und Initiativen in ganz Europa zu intensivieren und Chancen zu fördern, die sich für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung aus dem Ausbau der "Seniorenwirtschaft" ergeben.
Im Vergleich zum Anteil jüngerer Menschen an der europäischen Gesellschaft wächst der Anteil der älteren Bürger ständig. Ab dem Jahr 2012 verringert sich die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter, während die Zahl der über Sechzigjährigen rapide ansteigen wird – um etwa zwei Millionen jährlich. Diese demografische Entwicklung stellt Europa insbesondere angesichts der heutigen wirtschaftlichen Gegebenheiten vor eine Reihe von Herausforderungen.
Durch die Schaffung einer Kultur des aktiven Alterns sollen die älteren europäischen Bürger in die Lage versetzt werden, länger am Arbeitsmarkt teilzunehmen, länger eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu behalten und dabei weiterhin in Gesundheit und Unabhängigkeit zu leben.
Mit der Initiative des Europäischen Jahres werden die Bürger, die Politiker und die Organisationen der Zivilgesellschaft dazu aufgefordert, Überlegungen darüber anzustellen, wie bessere Bedingungen für ältere Bürger geschaffen werden können und wie die Solidarität zwischen den Generationen verstärkt werden kann. Im Rahmen des Europäischen Jahres wird zu Maßnahmen auf verschiedenen Gebieten aufgerufen: Arbeitsmarktpolitik, Sozialschutz, Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und soziale Dienste, Wohnungsbau und öffentliche Infrastruktur. Insbesondere drei Bereiche sollen gefördert werden:
Beschäftigung – Angesichts der zunehmenden Lebenserwartung in ganz Europa wird auch das Renteneintrittsalter nach und nach angehoben, aber viele Menschen befürchten, dass sie ihren derzeitigen Arbeitsplatz nicht behalten, geschweige denn noch eine neue Stelle finden können, ehe sie mit einer auskömmlichen Rente aus dem Erwerbsleben ausscheiden können. Älteren Arbeitnehmern müssen am Arbeitsmarkt bessere Möglichkeiten geboten werden, d.h. ihre Arbeitsbedingungen müssen verbessert und ihre Arbeitsplätze an ihren Gesundheitszustand und ihre Bedürfnisse angepasst werden; zudem müssen sie in die Lage versetzt werden, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen; auch durch eine Revision der Steuer- und Sozialleistungssysteme müssen ihnen Anreize dazu gegeben werden, länger zu arbeiten.
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – Aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, heißt nicht, untätig zu werden. Der Beitrag, den ältere Menschen der Gesellschaft dadurch erbringen, dass sie sich um andere Personen – in der Regel ihre eigenen Eltern oder Ehepartner oder Enkelkinder – kümmern, wird ebenso wie ihr ehrenamtliches Engagement oft übersehen. Das Europäische Jahr dient dem Ziel, größere Anerkennung für das zu sichern, was ältere Menschen für die Gesellschaft leisten, und zudem bessere Bedingungen für ihre Unterstützung zu schaffen. Dies wird auch dazu beitragen, die soziale Isolation älterer Menschen zu verringern oder ihr zuvorzukommen.
Selbstbestimmtes Leben – Unsere Gesundheit lässt nach, wenn wir älter werden, aber viel kann getan werden, um uns dabei zu helfen, mit dieser Situation fertig zu werden. Und nur ganz geringfügige Anpassungen an unserem Umfeld können bereits große Wirkung für Menschen entfalten, die mit verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen zu kämpfen haben. Aktives Altern bedeutet auch, dass wir, wenn wir älter werden, in unserer selbstbestimmten Position gestärkt werden, so dass wir so lange wie möglich ein Leben in Eigenverantwortung führen können. Durch Gesundheitsvorsorge und ein altengerechteres Umfeld (Wohnungsbau, Verkehr und Infrastruktur) sollten ältere Menschen in die Lage versetzt werden, so lange wie möglich ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Während des gesamten Europäischen Jahres 2012 finden in den Mitgliedstaaten Hunderte von Aktivitäten, Projekten und Veranstaltungen statt. Mehr über diese Initiativen lesen können Sie hier.
Weitere Informationen:
Beschluss über das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen (2012) (pdf)
Schlussfolgerungen des Rates: Erhöhung der Beteiligung aller Bürger am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben als Antwort auf die demografischen Herausforderungen (pdf)
Aktives Altern – Website (Kommission)
Eurobarometer-Informationsblatt (pdf) (en)